Türkei stationiert Patriot-System in Malatya nach Raketenbeschuss aus Iran
Die Türkei hat als Reaktion auf den erneuten Abschuss von Raketen über ihrem Staatsgebiet ihre Luftabwehr massiv verstärkt. Im Rahmen von Nato-Maßnahmen wird ein Patriot-Raketenabwehrsystem in der osttürkischen Provinz Malatya für den Einsatz vorbereitet, wie das Verteidigungsministerium in Ankara mitteilte. Damit soll die Verteidigung des türkischen Luftraums deutlich verbessert werden.
Raketenabfänge und regionale Spannungen
Am Montag hatte die Türkei zum zweiten Mal innerhalb einer Woche eine Rakete abgefangen, die nach Angaben Ankaras aus Iran abgefeuert worden war. Einige Trümmer fielen auf freies Gelände im südtürkischen Gaziantep nahe der syrischen Grenze. Bereits in der vergangenen Woche war eine ballistische Rakete in der Provinz Hatay abgefangen worden. In beiden Fällen kam niemand zu Schaden, doch die Ziele der Raketen bleiben unklar.
Die Nato-Radarstation Kurecik in Malatya spielte eine entscheidende Rolle bei der Identifizierung der beiden iranischen Raketen, die in Richtung Türkei flogen. Das Verteidigungsministerium betonte, dass die Türkei weiterhin eng mit ihren Nato-Verbündeten zusammenarbeiten und regionale Entwicklungen gemeinsam bewerten werde.
Iran dementiert Angriffe
In einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan dementierte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian, dass die abgefangenen Raketen iranischen Ursprungs seien. Eine Mitteilung der iranischen Regierung kündigte an, den Vorfall untersuchen zu wollen. Erdoğan verurteilte im Gespräch sowohl die israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran als auch die iranischen Attacken auf mehrere Länder in der Region.
Der türkische Präsident betonte, dass die iranischen Angriffe auf die Bruderländer niemandem nützten und sofort eingestellt werden müssten. Die Spannungen im Nahen Osten verschärfen sich weiter, während die Türkei ihre Verteidigungsmaßnahmen ausbaut, um die Sicherheit ihrer Bürger und der in der Region stationierten Nato-Truppen zu gewährleisten.



