Pistorius organisiert Patriot-Raketen für Ukraine trotz globaler Knappheit
Patriot-Raketen für Ukraine: Pistorius organisiert Nachschub

Patriot-Raketen für die Ukraine: Pistorius organisiert dringend benötigten Nachschub

Die Ukraine kann in den kommenden Wochen mit einem essenziellen Paket an Patriot-Flugabwehrraketen aus Europa rechnen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist es gelungen, bei mehreren europäischen Partnern etwa 30 Lenkflugkörper der neuesten Bauart PAC-3 zu beschaffen. Zusammen mit einer geringen Anzahl dieser weltweit knappen Hightech-Raketen aus Bundeswehrbeständen sollen nun insgesamt rund 35 Abfangraketen in die Ukraine geliefert werden.

Ein ungewöhnlicher Vorschlag mit Erfolg

Pistorius hatte bei einem Treffen der Ukraine-Unterstützer vor der Münchner Sicherheitskonferenz einen bemerkenswerten Vorschlag unterbreitet. Er bot den Partnernationen an, dass Deutschland fünf PAC-3-Raketen aus eigenen Beständen für die Ukraine bereitstellen würde, wenn die anderen Staaten insgesamt 30 weitere Lenkflugkörper lieferten. Zunächst sagten einige Nationen, darunter die Niederlande, unverbindlich eine Lieferung zu – nun wurde diese Zusage bestätigt.

Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte die geplante Lieferung auf Anfrage. Demnach sei es gelungen, die europäischen Partner zu einer Lieferung von weiteren PAC-3-Raketen zu bewegen, „die sich nahe an der geplanten Zielmarke befindet“. Aus Sicherheitsgründen wurden keine genauen Details zur Größe des Pakets oder zum Lieferzeitpunkt genannt.

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Verzweifelte Lage durch globalen Raketenverbrauch

Die Initiative des Ministers unterstreicht, wie dringend die Ukraine auf Patriot-Lenkflugkörper angewiesen ist. Bis heute gilt das US-System als primäre Verteidigung gegen ballistische Raketen aus Russland. Für den Schutz kritischer Infrastruktur wie Umspannwerken oder der Hauptstadt Kiew sind diese Systeme unverzichtbar.

Der Krieg im Nahen Osten hat die Situation zusätzlich verschärft. Nach den amerikanisch-israelischen Luftschlägen Ende Februar hat Iran wiederholt US-Basen und Nachbarländer mit Raketen und Drohnen angegriffen. Experten schätzen, dass dabei mehrere Hundert Patriot-Abfangraketen abgefeuert wurden. Jede einzelne PAC-3-Rakete kostet bis zu vier Millionen Euro – und das für einen einzigen Schuss.

Das Paket reicht nur für begrenzte Zeit

Obwohl die Organisation des Pakets durch Pistorius angesichts der globalen Knappheit ein Erfolg ist, herrscht im Wehrressort keine Illusion über die anhaltende Herausforderung. Genaue Zahlen zum Bedarf der Ukraine sind zwar nicht öffentlich, aber deutschen Offizieren zufolge verbraucht die Ukraine durchschnittlich 60 Patriot-Raketen pro Monat. Das bedeutet, dass das aktuelle Paket wahrscheinlich nur für etwa einen halben Monat ausreichen wird.

Das Ministerium betonte jedoch, dass Deutschland seine Unterstützung für die Ukraine nicht nachlassen werde. Ein Sprecher des Wehrressorts erklärte: „Abseits des aktuellen Pakets wird Deutschland der Ukraine weitere Luftverteidigungsmittel wie beispielsweise Manpads, AIM-9 und Iris-T-Lenkflugkörper sowie Ersatzteilpakete für Patriot und Iris-T liefern.“ Zudem werde der Aufbau einer ukrainischen Luftverteidigung, die vor Ort produziert wird, weiter unterstützt.

Politische Priorität und internationale Dynamik

Die Bundesregierung hat in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass die Verteidigung der Ukraine für Berlin oberste Priorität habe – auch angesichts des Konflikts im Nahen Osten. Während die USA selbst keine Waffen mehr direkt in die Ukraine liefern, ermöglichte Präsident Donald Trump den Europäern, Nachschub in den USA zu kaufen und weiterzuleiten. Allerdings müssen die USA derzeit ihre eigenen Depots auffüllen, da ihre Streitkräfte weltweit etwa 60 Patriot-Systeme im Einsatz haben.

Die hektische Suche nach Patriot-Raketen wird somit weitergehen. Die Lieferung unterstreicht nicht nur die fortwährende Solidarität Deutschlands mit der Ukraine, sondern auch die komplexen logistischen und politischen Herausforderungen in einer Zeit globaler militärischer Spannungen.

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