Financial Times enthüllt: US-Verteidigungsminister soll Insiderwissen für Rüstungsinvestition nutzen wollen
Einem Bericht der britischen Finanzzeitung Financial Times zufolge soll US-Verteidigungsminister Pete Hegseth versucht haben, sein Insiderwissen über den bevorstehenden Militärschlag gegen den Iran für profitable Geldanlagen zu nutzen. Demnach habe ein Finanzberater des Ministers in den Wochen vor dem Angriff der USA auf den Iran Kontakt mit der Investmentfirma BlackRock aufgenommen, um eine größere Summe in einen Rüstungsfonds zu investieren.
Millionen-Investition in Verteidigungs-ETF geplant
Laut den Informationen der Financial Times, die sich auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, habe Hegseths Broker bei Morgan Stanley im Februar Verhandlungen mit BlackRock über den Kauf von Anteilen am Defense Industrials Active ETF geführt. Bei diesem Fonds handelt es sich um einen börsengehandelten Indexfonds mit einem Volumen von 3,2 Milliarden Dollar, der speziell auf Unternehmen im Verteidigungs- und Sicherheitssektor ausgerichtet ist.
Die geplante Investition soll sich auf mehrere Millionen Dollar belaufen haben und sei zeitlich unmittelbar vor dem Beginn der US-Militäraktion gegen Teheran angesiedelt gewesen. Interne Dokumente bei BlackRock sollen die Anfrage sogar mit einem Vermerk als Anfrage im Namen des hochkarätigen potenziellen Kunden gekennzeichnet haben.
Zusammensetzung des umstrittenen Rüstungsfonds
Der betroffene BlackRock-Fonds wirbt in seinem Verkaufsprospekt explizit mit der Chance, von erhöhten staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit inmitten geopolitischer Spannungen zu profitieren. Zu den größten Positionen des Portfolios gehören laut Financial Times-Bericht bedeutende Rüstungskonzerne wie:
- RTX (ehemals Raytheon Technologies)
- Lockheed Martin
- Northrop Grumman
All diese Unternehmen zählen das US-Verteidigungsministerium zu ihren wichtigsten Kunden. Auch die umstrittene Datenanalysefirma Palantir Technologies ist in der Liste der Fondspositionen enthalten.
Transaktion scheiterte an technischen Hürden
Das geplante Investment sei letztlich nicht zustande gekommen, da der erst im Mai 2025 aufgelegte Fonds für Kunden von Morgan Stanley zum Zeitpunkt der Verhandlungen noch nicht zum Kauf verfügbar gewesen sei. Ob Hegseths Finanzberater anschließend einen alternativen, auf den Verteidigungssektor spezialisierten Fonds für die Investition gefunden hat, bleibt laut dem Bericht unklar.
ETFs (börsengehandelte Fonds) erfreuen sich bei Privatanlegern großer Beliebtheit, da sie in der Regel niedrigere Gebühren und eine günstigere steuerliche Behandlung als traditionelle Investmentfonds bieten und zudem schneller gehandelt werden können.
Pentagon reagiert mit scharfem Dementi
Das US-Verteidigungsministerium ließ dem Financial Times-Bericht umgehend ein entschiedenes Dementi folgen. Sean Parnell, Chefsprecher des Pentagon, erklärte auf der Social-Media-Plattform X: Diese Behauptung ist völlig falsch und erfunden. Weder Minister Hegseth noch einer seiner Vertreter hat BlackRock bezüglich einer solchen Investition angesprochen.
Parnell forderte zudem eine sofortige Richtigstellung des Berichts und bezeichnete die Vorwürfe als grundlose und unehrliche Verleumdung, die darauf abziele, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen. Sowohl BlackRock als auch Morgan Stanley lehnten eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.
Hegseth als Hauptarchitekt des Iran-Krieges
Pete Hegseth gilt als einer der Hauptarchitekten des US-Militäreinsatzes gegen den Iran und war bereits während der Trump-Regierung einer der lautstärksten Befürworter eines Angriffs auf die Islamische Republik. Der Minister pflegt einen öffentlich zur Schau gestellten martialischen Führungsstil und prahlt regelmäßig mit der militärischen Schlagkraft der Vereinigten Staaten.
Die Enthüllungen über die mögliche Verteidigungsinvestition kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Wall-Street-Analysten Finanztransaktionen und Prognosemärkte im Vorfeld von Entscheidungen der US-Regierung besonders genau beobachten. Der Vorfall wirft erneut Fragen über die Trennung von Amtspflichten und privaten finanziellen Interessen bei hochrangigen Regierungsvertretern auf.



