Zverevs psychologischer Trick: „Ich habe mich selbst angelogen“
Zverevs psychologischer Trick: „Ich habe mich selbst angelogen“

Alexander Zverev hat nach seinem Triumph bei den French Open offenbart, wie er den enormen Druck während des Turniers bewältigte. Der deutsche Tennisprofi setzte auf einen psychologischen Trick, um die Anspannung zu lösen. „Ich habe das gefaked bis zum Gehtnichtmehr. Ich habe mich selbst angelogen. Für meinen eigenen guten Zweck“, sagte Zverev dem TV-Sender Sky Sport. Er sei plötzlich der haushohe Favorit gewesen, was für ihn die stressigste Woche seines Lebens bedeutete.

Der Weg zum Titel

In Paris schieden mehrere Topspieler früh aus: Titelverteidiger Carlos Alcaraz fehlte verletzungsbedingt, Jannik Sinner und Novak Djokovic mussten ebenfalls vorzeitig die Segel streichen. Dadurch stiegen Zverevs Chancen massiv. Bis zum Endspiel traf er auf keinen Spieler aus den Top 10 der Weltrangliste. „Ich wusste, dass, wenn ich gutes Tennis zeigen kann, dass ich das Turnier wirklich gewinnen kann und gewinnen muss“, erklärte Zverev. Der 28-Jährige stand vor den French Open bereits dreimal in einem Grand-Slam-Finale, hatte aber jedes Mal verloren. Der erste Titel bei einem der wichtigsten Tennisturniere der Welt war sein großes Ziel.

Mentale Blockade überwunden

Nach der Niederlage von Djokovic konnte Zverev nicht mehr schlafen und spielte in der dritten Runde sein schlechtestes Match des Turniers. „Ich war nicht frei“, gestand er. Bis zum Finale habe er die Situation jedoch „unglaublich gemanaged“. Im Endspiel gegen den Italiener Flavio Cobolli sei er sehr nervös und angespannt gewesen. „Aber auch dort habe ich in den wichtigen Momenten dann mein bestes Tennis gezeigt“, sagte Zverev, der die Partie in fünf Sätzen (6:1, 4:6, 6:4, 6:7, 6:1) für sich entschied. Ob damit der Knoten oder eine mentale Blockade geplatzt ist, ließ er offen: „Ich muss zu einem anderen Turnier kommen, um zu sagen, wie das Gefühl ist. Aber wenn ich jetzt ein Grand-Slam-Finale gegen Sinner oder Alcaraz spiele und es läuft nicht, dann weiß ich, dass ich schon eins gewonnen habe. Das kann mir niemand mehr wegnehmen.“

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Glückwünsche von höchster Stelle

Der Bild-Zeitung verriet Zverev, dass ihm auch Bundeskanzler Friedrich Merz zu seinem ersten Grand-Slam-Sieg gratuliert habe. „Das war eine große Ehre. Ich kenne ihn nicht persönlich“, sagte Zverev. „Er hat sich sehr über den Sieg gefreut und gesagt, dass er das Match auch gesehen und mitgefiebert hat.“ Der Tennisstar hat derzeit noch 1576 unbeantwortete Nachrichten auf seinem Handy. „Ich beantworte die schon seit drei Tagen, aber ich werde noch ein paar Tage brauchen. Ich will jedem zurückschreiben.“

Nach Jahren des Scheiterns ist Alexander Zverev am Ziel. Er hat an seinem Spiel und an seinem Image gearbeitet, ist mutiger geworden. Trotz seines Erfolgs bleibt er umstritten – ein Thema, das weiterhin diskutiert wird.

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