Ende Mai 2026 legte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, bekannt als die „Fünf Wirtschaftsweisen“, sein Frühjahrsgutachten vor. Die Diagnose fällt hart aus: Die deutsche Wirtschaft befindet sich im siebten Jahr einer anhaltenden Schwäche. Die Ursachen sind struktureller Natur. Besonders alarmierend ist die Prognose, dass der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz bis zum Jahr 2040 auf 49,7 Prozent steigen wird, sofern das geltende Recht unverändert bleibt.
Die Empfehlungen des Rates sind technisch sauber, bleiben jedoch im Klein-Klein der Maßnahmen verhaftet. Es fehlt eine große Linie, eine Vision für die Zukunft des Landes. Genau hier setzt der Ökonom Dr. Jochen Andritzky an. Der Mitgründer der Zukunft-Fabrik.2050 war von 2015 bis 2019 Generalsekretär des Sachverständigenrates und damit Chef des wissenschaftlichen Stabes, der die Gutachten erarbeitet. Sechs Jahre nach seinem Ausscheiden legt er nun ein Buch vor, das die institutionelle Logik seiner früheren Wirkungsstätte offen herausfordert: „Visionen braucht das Land“.
Ein Plädoyer für langfristige Politik
Andritzkys Befund ist klar: Eine Politik, die nur Symptome adressiert und keine Vision formuliert, überfordert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen. Er plädiert für einen grundlegenden Kurswechsel. Statt kurzfristiger Reformen im Klein-Klein brauche Deutschland eine langfristige Strategie, die Mut zur Zukunft zeigt. Das Buch ist ein Aufruf, über den Tellerrand hinauszuschauen und die großen Herausforderungen wie Demografie, Digitalisierung und Klimawandel entschlossen anzugehen.
Die Rolle des Sachverständigenrates
Der Sachverständigenrat hat mit seinem Frühjahrsgutachten 2026 eine wichtige Grundlage geliefert. Die Experten sehen die Konjunktur nur mit mäßigem Schwung und fordern Reformdruck auf die Sozialversicherungen. Doch laut Andritzky reicht das nicht aus. Es brauche eine Vision, die über reine Technokratie hinausgeht. Nur so könne Deutschland wieder zu alter Stärke finden.
Das Buch „Visionen braucht das Land“ ist ein Muss für alle, die sich für die Zukunft der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft interessieren. Es bietet eine fundierte Analyse und konkrete Vorschläge, wie Politik wieder gestaltend wirken kann.



