Im Frühjahr 2027 wird in Deutschland ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich nun deutlich für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin mit politischer Erfahrung ausgesprochen. Hintergrund ist seine eigene Erfahrung nach der Bundestagswahl 2017, als Steinmeier CDU, CSU und SPD zu einer Koalition drängte und Neuwahlen verhinderte.
Steinmeier warnt vor schwierigen Regierungsbildungen
In einem Interview mit der ARD sagte Steinmeier: „Ich befürchte, dass ähnlich schwierige Regierungsbildungen in der Zukunft auch auf uns zukommen.“ Er befürworte daher jemanden, „der Kontakte und Gesprächsmöglichkeiten in die Parteien hinein hat“, um solche Krisen bei der Regierungsbildung überwinden zu können.
Wahltermin und Kandidatensuche
Die Wahl des neuen Staatsoberhaupts durch die Bundesversammlung ist für den 30. Januar 2027 angesetzt. Steinmeier darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten; er ist seit 2017 im Amt. Über seine Nachfolge wird bereits seit Monaten spekuliert. Im Regierungslager ist die Meinung verbreitet, dass erstmals eine Frau zur Bundespräsidentin gewählt werden sollte.
Eine Mehrheit von Unionsparteien und SPD in der Bundesversammlung gilt als wahrscheinlich. Offen ist jedoch, ob die Kandidatin oder der Kandidat eine parteipolitische Vergangenheit haben sollte – wie Steinmeier selbst – oder ob eine unabhängige Persönlichkeit wie Joachim Gauck, Steinmeiers Vorgänger, bevorzugt wird.
Namensvorschläge und Spekulationen
Mehrere Namen kursieren bereits. Im Frühjahr tauchte sogar die Personalie Angela Merkel auf, doch ihr Büro ließ mitteilen, die Spekulation sei „abwegig“. Merkel wäre nicht nur die erste Frau im Amt, sondern auch die erste ehemalige Kanzlerin, die Bundespräsidentin wird. Auch Ex-Kulturstaatsministerin Monika Grütters wird genannt.
Die endgültige Entscheidung liegt bei der Bundesversammlung, die sich aus Bundestagsabgeordneten und Vertretern der Länder zusammensetzt. Die Debatte um die Kriterien für das höchste Staatsamt wird in den kommenden Monaten weitergehen.



