Merz bekräftigt Ambitionen für weitere Kanzlerschaft
Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU hat beim Politischen Aschermittwoch in Trier deutlich gemacht, dass er eine zweite Amtszeit anstrebt. Der 70-jährige Regierungschef äußerte sich kämpferisch und verwies auf die lange Lebensdauer in seiner Familie als Grund für seine politische Ausdauer.
„Ich habe noch vor, das eine längere Zeit zu machen“
Merz erklärte vor den Parteimitgliedern in der rheinland-pfälzischen Stadt: „Ich habe schon noch vor, das eine längere Zeit zu machen.“ Als Begründung führte er an, dass sein Vater erst im Januar 102 Jahre alt geworden sei. Diese familiäre Langlebigkeit sieht er als positives Zeichen für seine eigene politische Zukunft.
Der Bundeskanzler richtete besondere Worte an Gordon Schnieder, den CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März. Merz stellte sich eine gemeinsame Zukunft vor: „Wenn wir dann, sagen wir in fünf Jahren, hier wieder stehen, dann möchte ich, dass wir beide gemeinsam, du als Ministerpräsident, ich im Amt als Bundeskanzler, wir beide zurückschauen und sagen: Das waren harte Zeiten, aber wir haben damals in der CDU Deutschlands und in dieser Bundesregierung und in dieser Landesregierung, geführt von Gordon Schnieder, die richtigen Entscheidungen getroffen.“
Ältester Kanzler seit Adenauer
Friedrich Merz ist am 11. November 70 Jahre alt geworden und damit der älteste Bundeskanzler seit Konrad Adenauer. Der erste Kanzler der Bundesrepublik schied 1963 im Alter von 87 Jahren aus dem Amt. Merz steht nun vor einer weiteren wichtigen politischen Wegmarke: Am Freitag will er sich auf dem CDU-Parteitag zum dritten Mal zum Parteivorsitzenden wählen lassen.
Unterstützung aus der Parteispitze
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hatte Merz erst kürzlich beste Voraussetzungen für eine lange politische Karriere bescheinigt. Linnemann verwies im Gespräch mit dem „Stern“ auf die genetischen Vorteile des Kanzlers: „Er hat's selbst gesagt: Sein Vater ist über 100 Jahre alt, seine Mutter knapp drunter. Er hat also die Gene, dass er noch sehr lange Politik machen kann.“
Allerdings hält der Generalsekretär eine Debatte über eine erneute Kanzlerkandidatur für verfrüht. Auf entsprechende Nachfragen antwortete Linnemann: „Ich gehe davon aus, aber das ist keine Frage, die sich im Jahr 2026 stellt.“ Damit signalisierte er, dass die Partei zunächst andere Prioritäten setzen wird, bevor sie sich mit der Kanzlerkandidatur für 2029 beschäftigt.
Die Äußerungen von Merz beim Politischen Aschermittwoch in Trier zeigen deutlich, dass der Bundeskanzler trotz seines Alters von 70 Jahren keine Rückzugsszenarien plant. Im Gegenteil: Er positioniert sich als langfristiger politischer Akteur, der die Geschicke des Landes auch über die nächste Bundestagswahl hinaus mitbestimmen will. Die Verweise auf seine familiäre Langlebigkeit dienen dabei als biografische Begründung für seine anhaltende politische Vitalität.



