Merz skizziert auf CDU-Parteitag neue Weltordnung und zeigt klare Kante
Bundeskanzler Friedrich Merz hat in seiner Grundsatzrede auf dem CDU-Parteitag ein umfassendes Programm für Deutschland und Europa vorgelegt. In seiner über einstündigen Ansprache behandelte der CDU-Chef nahezu alle relevanten Politikfelder – von Außen- über Wirtschafts- bis hin zur Innenpolitik.
Europa in einer veränderten Welt
Besonders deutlich wurde Merz bei seiner Analyse der internationalen Lage. Der Bundeskanzler beschrieb eine neue Weltordnung, die rauer, gefährlicher und von Großmächten geprägt sei. Vor diesem Hintergrund forderte er eine grundlegende Neuausrichtung der europäischen Politik.
„Europa muss lernen, die Sprache der Macht zu sprechen“, betonte Merz in seiner mit Spannung erwarteten Rede. Diese Aussage unterstrich seine Überzeugung, dass die Europäische Union in einer zunehmend konfliktreichen globalen Landschaft selbstbewusster auftreten müsse.
Transatlantische Partnerschaft und Wirtschaftspolitik
Trotz der notwendigen europäischen Stärkung plädierte Merz entschieden dafür, die transatlantische Partnerschaft nicht aufzugeben. Er verwies dabei auf seine langjährigen persönlichen Erfahrungen mit den Vereinigten Staaten.
„Ich kenne das Land, ich mag das Land, ich mag die Menschen – die meisten jedenfalls in Amerika“, so der Bundeskanzler. „Ich will nicht aufgeben zu glauben, dass dort Menschen gleicher Erfahrung und gleicher Werte leben.“
In der Wirtschaftspolitik setzte Merz klare Akzente. Deutschland müsse ein Industrieland bleiben und seine Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Der CDU-Chef kritisierte dabei bestehende bürokratische Hürden.
„Wir unterstellen niemandem Faulheit. In Deutschland wird hart gearbeitet“, stellte Merz klar. „Aber wir unterstellen unseren Kritikern Denkfaulheit, weil sie nicht wahrhaben wollen, dass wir ein paar falsche Anreize und Regeln haben. Leistungsfähigkeit wird von einem Bürokratiekorsett abgeschnürt.“
Deutliche Absage an die AfD
Eines der wichtigsten Statements der Rede betraf die Haltung zur AfD. Merz erteilte einer möglichen Annäherung oder Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Partei eine unmissverständliche Absage.
„Wir werden es nicht zulassen, dass die Leute von der sogenannten Alternative für Deutschland unser Land ruinieren“, erklärte der Bundeskanzler mit Nachdruck. „Diese Partei kann kein Partner für uns sein.“
Merz betonte, dass er Zustimmung zu seiner Politik ausschließlich in der politischen Mitte suche. Diese klare Abgrenzung markierte einen zentralen Punkt seiner parteiinternen Grundsatzrede.
Vision für Deutschland
Insgesamt skizzierte Merz eine Vision von Deutschland als starkes Fundament, das jedoch an vielen Stellen erneuert werden müsse. „Das Fundament des Hauses der Bundesrepublik Deutschland ist stark. Darauf können wir aufbauen. Aber viele Stockwerke sind sanierungsbedürftig“, verglich er die aktuelle Lage.
Der CDU-Chef verstand seine Rede als Auftrag, ehrgeizige Ziele zu setzen und Veränderungen anzupacken. Sein Parteitagsauftritt sollte sowohl nach innen als auch nach außen ein Signal der Entschlossenheit senden.



