AfD-Jungpolitiker muss nach umstrittener Parole alle Ämter abgeben
In der AfD hat ein junger Politiker nach der Verwendung einer historisch belasteten Parole alle seine Parteiämter niedergelegt. Kevin Dorow (27), bisheriges Vorstandsmitglied der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ und Beisitzer im Landesvorstand Schleswig-Holstein, trat am Dienstag von sämtlichen Positionen zurück.
Kompromiss zwischen Parteispitze und Jungpolitiker
Der AfD-Bundesvorstand unter Führung von Alice Weidel (47) und Tino Chrupalla (50) hatte am Montag beschlossen, dass Dorow bis Dienstag 12 Uhr alle Ämter niederlegen muss. Im Gegenzug nahm die Parteiführung das bereits eingeleitete Parteiausschlussverfahren gegen den 27-Jährigen vollständig zurück. Dorow darf nun für zwei Jahre kein Parteiamt mehr ausüben.
In einer Erklärung gegenüber BILD sagte Dorow: „Ich begrüße die Entscheidung des Bundesvorstands, das Parteiausschlussverfahren zurückzuziehen. Um diesen Kompromiss zu ermöglichen, die aktuelle Personaldiskussion zu befrieden und den Fokus wieder auf die politische Sacharbeit zu richten, bin ich von allen Ämtern in Partei und Jugendorganisation zurückgetreten.“
Historisch belastetes Motto als Auslöser
Der Konflikt entstand, nachdem Dorow Ende 2025 in seiner Bewerbungsrede für den Vorstand der neu gegründeten „Generation Deutschland“ das Motto „Jugend muss durch Jugend geführt werden“ verwendete. Diese Parole war auch von der nationalsozialistischen Hitlerjugend benutzt worden. Daraufhin leitete der AfD-Bundesvorstand Ende Februar ein Ausschlussverfahren gegen den Jungpolitiker ein.
Jean-Pascal Hohm (29), Bundesvorsitzender der „Generation Deutschland“, äußerte sich kritisch zur Entscheidung: „Ich hätte mir eine vollständige Rücknahme der Parteiordnungsmaßnahme gewünscht, da ich sie nach wie vor für sachlich überzogen halte. Der nun gefundene Kompromiss zeigt jedoch, dass AfD und Generation Deutschland bereit sind, aufeinander zuzugehen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.“
Innerparteiliche Kontroverse und Widerstand
Das Ausschlussverfahren gegen Dorow war von Anfang an umstritten. Alexander Jungbluth (39), Vize-Schatzmeister der AfD, enthielt sich bei der Abstimmung im Bundesvorstand. Auch Parteivize Kay Gottschalk (60), der zunächst für das Verfahren gestimmt hatte, ruderte später zurück und erklärte: „Es tut mir leid.“ Anfang März wurde das Verfahren zunächst gestoppt, bevor es nun komplett zurückgezogen wurde.
Die Entscheidung markiert einen weiteren Schritt in der innerparteilichen Auseinandersetzung der AfD mit ihrer historischen Verantwortung und dem Umgang mit nationalsozialistischen Bezügen. Der Fall Dorow hat deutschlandweit für Diskussionen gesorgt und wirft Fragen zum Geschichtsbewusstsein innerhalb der Partei auf.



