Hollywood-Legende Richard Gere hat im Interview mit dem Tagesspiegel klare Worte zur aktuellen Migrationspolitik gefunden. Der 76-jährige Schauspieler, der derzeit in Berlin weilt, um eine neue Initiative zum Thema Migration zu starten, berichtet von seinen prägenden Erlebnissen an Bord des Rettungsschiffes „Open Arms“ vor der italienischen Insel Lampedusa.
Begegnungen mit dem Leid der Flüchtlinge
„Mein Besuch auf dem Rettungsschiff vor einigen Jahren hat mich tief bewegt“, erklärte Gere. „Das Schiff lag damals mit 120 Migranten an Bord vor Lampedusa. Ich habe stundenlang mit diesen Menschen gesprochen und von der unbeschreiblichen Brutalität erfahren, die viele von ihnen auf der Flucht erlitten hatten.“ Folter, Vergewaltigung und Zwangsarbeit seien nur einige der schrecklichen Erfahrungen gewesen, die die Flüchtlinge ihm geschildert hätten.
Die Sprache der Bösen
In dem Gespräch kritisierte Gere scharf die politische Rhetorik in der Migrationsdebatte. „Die Bösen haben die Sprache gekapert“, sagte der Hollywood-Star. Er forderte eine grundlegende Wende in der Migrationspolitik und appellierte an die Menschlichkeit. Viele der Migranten hätten ihm gesagt, dass sie lieber sterben würden, als in ihre Heimat zurückzukehren. Diese Aussagen hätten ihn tief erschüttert.
Eine neue Initiative für Migration
Gere nutzte seinen Berlin-Besuch, um eine neue Initiative vorzustellen, die sich für eine humanere Migrationspolitik einsetzt. Details zu dem Projekt nannte er zunächst nicht, betonte aber, dass es an der Zeit sei, die Perspektive der Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen. „Wir müssen zuhören und verstehen, bevor wir urteilen“, so der Schauspieler.
Der 76-Jährige zeigte sich überzeugt, dass die derzeitige Politik in Europa und den USA falsche Prioritäten setze. Statt Mauern zu bauen und Grenzen zu schließen, müsse man die Ursachen von Flucht und Vertreibung bekämpfen. „Es geht um Leben und Tod – und um unsere gemeinsame Menschlichkeit“, sagte Gere abschließend.



