Der Chemiekonzern Evonik hat eine innovative Membran entwickelt, die die Produktionskosten von grünem Wasserstoff deutlich senken soll. In einer Pilotanlage im Ruhrgebiet hat das Unternehmen kürzlich mit der kommerziellen Fertigung dieser Spezialmembran begonnen, wie Evonik am Mittwoch mitteilte.
Bedeutung von grünem Wasserstoff
In einem klimaneutralen Wirtschaftssystem soll Wasserstoff künftig neben erneuerbar erzeugtem Strom eine zentrale Rolle spielen, etwa bei einer klimafreundlicheren Stahlherstellung. Durch die Energiewende wird der Bedarf an grünem Wasserstoff in den nächsten Jahrzehnten stark wachsen, betonte Evonik. Derzeit ist grüner Wasserstoff je nach Region noch etwa doppelt oder sogar viermal so teuer wie sogenannter grauer Wasserstoff, der aus Erdgas hergestellt wird.
Die neue Membran und die AEM-Elektrolyse
Die neue Membran kommt bei der sogenannten AEM-Elektrolyse zum Einsatz, einem von mehreren Elektrolyse-Verfahren zur Wasserstoffgewinnung aus Wasser. Zu den Vorteilen zählt Evonik unter anderem, dass edelmetallfreie Materialien verwendet werden können. Zudem kann bei diesem Verfahren Wasserstoff unter Druck erzeugt werden, sodass zusätzliche Kompressionsschritte entfallen. Fachstudien sehen ein Einsparpotenzial bei den Investitionskosten von mindestens 25 Prozent, so das Unternehmen.
Marktchancen und globale Ausrichtung
Die Anwendung der AEM-Technologie in großem Maßstab findet vor allem in China viel Resonanz. Parallel zum Produktionsstart in Deutschland hat Evonik daher in Shanghai ein Technikzentrum aufgebaut. Dort werden die in Marl produzierten Membranen unter industriellen Bedingungen in Kooperation mit lokalen Partnern und Kunden getestet. Das Zentrum richtet sich an globale Abnehmer und ist zugleich eng an den stark wachsenden chinesischen Markt angebunden.
Die AEM-Elektrolyse bietet somit das Potenzial, die Wirtschaftlichkeit der grünen Wasserstoffproduktion erheblich zu verbessern. Neben hohen Energiepreisen beeinflusst die verwendete Elektrolysetechnologie die Wirtschaftlichkeit maßgeblich. Mit der neuen Membran will Evonik einen Beitrag zur Kostensenkung leisten und die Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff steigern.



