Anklage: 60 Millionen Euro gewaschen – Prozessauftakt in Berlin
Anklage: 60 Millionen Euro gewaschen – Prozess in Berlin

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen sieben Männer erhoben, die ein internationales Geldwäschenetzwerk aufgebaut haben sollen. Über das Netzwerk sollen mehr als 60 Millionen Euro geflossen sein. Die mutmaßlichen Täter stammen aus Lettland, Russland, Litauen und der Ukraine. Ihnen werden 48 Fälle der gewerbs- und bandenmäßigen Geldwäsche vorgeworfen. Als Köpfe der Bande gelten zwei 59-Jährige und ein 54-Jähriger.

Verschleierung von Zahlungsflüssen

Die Männer sollen spätestens ab dem 15. Mai 2020 von Berlin und Riga aus ein Zahlungssystem betrieben haben, das Zahlungsflüsse verschleiern sollte. Dazu nutzten sie ein Netzwerk aus Scheinfirmen, Kryptowährungs-Wallets, Bargeldtransaktionen und gefälschten Rechnungen. Im Zentrum des Systems standen acht ausländische Gesellschaften, die über Bankkonten bei einem maltesischen Finanzdienstleister verfügten. Die Geschäftsführer und wirtschaftlich Berechtigten dieser Firmen sollen zwei der Angeklagten gewesen sein. Die Gesellschaften wurden von Strohpersonen gegründet und hatten keinen tatsächlichen Geschäftsbetrieb. Scheinverträge und -rechnungen legitimierten die Geldflüsse.

Kryptowährung Tether als Zahlungsmittel

Über die Konten der Gesellschaften wurden Zahlungen im Interesse der Kunden des Systems abgewickelt. Dabei kamen verschiedene Ein- und Auszahlungsvarianten zum Einsatz, darunter Transaktionen mit der Kryptowährung Tether (USDT). Zwei der mutmaßlichen Bandenköpfe saßen zeitweise in Untersuchungshaft, sind aber gegen Auflagen auf freiem Fuß. Das Landgericht Berlin muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

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Hohe Provisionen und Einziehungsforderungen

Die mutmaßlichen Täter sollen insgesamt fast 820.000 Euro an Provisionen kassiert haben. Die Staatsanwaltschaft strebt die Einziehung von rund acht Millionen Euro von den Beteiligten an. Zudem soll gegen den maltesischen Finanzdienstleister ein Bußgeld verhängt werden. Die Ermittlungen wurden international geführt.

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