Welle der Solidarität verhindert Abschiebung junger Afghanin in Templin
Solidarität verhindert Abschiebung junger Afghanin in Templin

Solidaritätswelle rettet junge Afghanin vor Abschiebung aus Templin

In der Uckermark-Stadt Templin hat eine bemerkenswerte Welle der Hilfsbereitschaft die drohende Abschiebung einer 19-jährigen afghanischen Schülerin verhindert. Asma Qalandari, die seit etwa fünf Jahren mit ihrer Familie in der Region lebt, hatte Anfang Februar einen Bescheid des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge erhalten, der ihre Abschiebung innerhalb einer Woche vorsah.

Spontane Hilfsaktion mobilisiert Unterstützer

Der Gastwirt Jörg Mai, bei dem Asma in seiner Kneipe "Zur Schranke" als Servicekraft beschäftigt ist, startete einen öffentlichen Hilferuf, der über den Nordkurier verbreitet wurde. Die Reaktionen waren überwältigend: Seit Freitag vergangener Woche meldeten sich unzählige Unterstützer, die helfen wollten. "Die Reaktionen waren phänomenal", sagt Mai sichtlich gerührt. "Ich bin noch immer ganz bewegt von der Hilfsbereitschaft."

Politisches Engagement auf allen Ebenen

Der Hilferuf erreichte schnell lokale Politiker. Harald Engler, Vorsitzender der Fraktion UBW in der Templiner Stadtverordnetenversammlung, kontaktierte umgehend Landtagsabgeordnete und den Zweiten Beigeordneten des Landkreises Uckermark, Henryk Wichmann. "Wir alle waren ständig im Kontakt, damit Asma Qalandari geholfen wird", berichtet Engler. Es wurden Schreiben an die Landesregierung aufgesetzt, um die Abschiebung zu verhindern.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Erst durch den Zeitungsbeitrag erfuhr Landrätin Karina Dörk (CDU) vom Schicksal der 19-Jährigen. Der Landkreis Uckermark kündigte an, zu prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, um Abhilfe zu schaffen.

Internationale Unterstützung und konkrete Hilfsangebote

Die Hilfsbereitschaft ging weit über die Region hinaus. Jörg Mai erhielt nicht nur zahlreiche Spendenangebote und rechtliche Tipps von Anwälten, sondern sogar Kontaktaufnahmen aus Japan. Der Betreiber eines deutschen Buchverlags in Japan meldete sich, um Unterstützung anzubieten. Auch die Möglichkeit eines Kirchenasyls wurde ernsthaft in Betracht gezogen.

"Wir konnten in so kurzer Zeit so viel bewegen", freut sich Mai über den Erfolg der spontanen Hilfsaktion. Neben dem menschlichen Aspekt betont er die Unlogik der geplanten Abschiebung: Die gesamte Familie lebt seit Jahren in der Uckermark, Asma und ihre Geschwister besuchen regelmäßig die Schule, und die 19-Jährige plant nach dem Abitur ein Medizinstudium.

Perspektiven für die Zukunft

Laut Mai haben seine Ansprechpartner aus Politik und Verwaltung versichert, dass Asma "wohl alle Voraussetzungen erfüllt", um ihren Traum in Deutschland zu verwirklichen. Das nächste Ziel sei nun die Einbürgerung. Nach den aufwühlenden Tagen der Angst kann die Schülerin nun wieder regulär zur Schule gehen und täglich vom Oberstufenzentrum Zehdenick nach Templin zurückkehren.

Die Abschiebung wäre besonders problematisch gewesen, da das Bamf die junge Frau allein nach Griechenland zurückführen wollte - in das Land, in dem ihre Familie zuerst die EU erreichte und mehrere Jahre im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos lebte. Die Solidaritätsaktion hat nicht nur eine Abschiebung verhindert, sondern auch gezeigt, wie Bürgerschaft und Politik gemeinsam humanitäre Lösungen finden können.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration