Verheerender Luftangriff in Nigeria trifft zivilen Marktplatz
Bei einem Militäreinsatz im Nordosten Nigerias hat die Armee offenbar versehentlich einen belebten Markt getroffen. Nach aktuellen Berichten kamen dabei mehr als 100 Zivilisten ums Leben. Der Angriff, der eigentlich gegen Stellungen der Terrorgruppe Boko Haram gerichtet war, entwickelte sich zu einer humanitären Katastrophe.
Regierung bestätigt tragischen Fehlschlag
Die nigerianischen Behörden in der Hauptstadt Abuja haben den verheerenden Vorfall bestätigt. Eigentlich sollte der Luftangriff dschihadistische Rebellen treffen, doch die Armee traf stattdessen einen lokalen Wochenmarkt in der Region. Viele Menschen wurden verletzt, und die Zahl der Opfer könnte nach Angaben von Augenzeugen noch weiter steigen.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht von einer Katastrophe und beruft sich auf direkte Gespräche mit Überlebenden vor Ort. „Mindestens 100 Menschen wurden getötet“, sagte Isa Sanusi von Amnesty International gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Die Organisation steht in Kontakt mit Krankenhäusern, Verantwortlichen für Opferzahlen und direkt Betroffenen.
Region als Zentrum terroristischer Aktivitäten
Der Vorfall ereignete sich nahe der Grenze zwischen den Bundesstaaten Yobe und Borno, einem Gebiet, das seit Jahren als Zentrum der Gewalt durch dschihadistische Gruppen gilt. Die Regierung des Bundesstaates Yobe bestätigte den Angriff, nannte jedoch keine Gründe für den verheerenden Irrtum.
In einer offiziellen Erklärung hieß es, der Luftangriff habe eigentlich eine Stellung der Terrorgruppe Boko Haram treffen sollen. Stattdessen wurden „einige Menschen, die den wöchentlichen Markt in Jilli besucht hatten, betroffen“. Die nigerianische Armee kämpft seit über einem Jahrzehnt gegen Boko Haram, doch dieser Vorfall wirft ernste Fragen zur Zielgenauigkeit und zivilen Opferzahlen auf.
Die Region erlebt regelmäßig Angriffe und Militäreinsätze, doch dieser Zwischenfall markiert einen besonders tragischen Fehlschlag im anhaltenden Konflikt. Die genauen Umstände, wie es zu der fatalen Verwechslung kommen konnte, werden derzeit untersucht.



