Ueckermünder Bürgermeisterwahl geht in die Stichwahl
Die Bürger von Ueckermünde haben am Sonntag ihre Stimmen abgegeben und damit den Weg für eine spannende Stichwahl um das Bürgermeisteramt geebnet. Da keiner der sieben Bewerber im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent erreichen konnte, werden die beiden parteilosen Kandidaten Karsten Berndt und Tino Spiegelberg am 26. April in die entscheidende Runde einziehen.
Ergebnisse des ersten Wahlgangs im Detail
Karsten Berndt, 60 Jahre alt, konnte mit 33,8 Prozent der Wählerstimmen das beste Ergebnis erzielen und geht damit als Favorit in die Stichwahl. Der 52-jährige Tino Spiegelberg folgt mit 20,9 Prozent auf dem zweiten Platz. Die weiteren Kandidaten schieden aus dem Rennen aus:
- René Hafenstein (parteilos): 17,2 Prozent
- Hartmut Baranowki (AfD): 10,6 Prozent
- Meik von Deetzen (parteilos): 8,9 Prozent
- Martin Kühnl-Mossner (parteilos): 6,9 Prozent
- Jeremy Brehme (Bündnis Deutschland): 1,6 Prozent
Reaktionen der Stichwahl-Kandidaten
„Damit habe ich nicht gerechnet“, gab Karsten Berndt überrascht zu. Er betonte, dass einige Bürger ihn in der Vergangenheit als Störenfried wahrgenommen hätten, doch er sei überzeugt, durch Offenheit und Ehrlichkeit Vertrauen gewonnen zu haben. „Ich bin stolz auf die Ueckermünder, dass sie die heftigen Ereignisse im Wahlkampf ausgeblendet und auf Sachargumente geschaut haben“, so Berndt.
Tino Spiegelberg zeigte sich „überwältigt, glücklich und stolz“ über sein Ergebnis. Er kündigte an, alle Kräfte zu bündeln, um bei der Stichwahl am 26. April ein optimales Ergebnis zu erzielen und Bürgermeister von Ueckermünde zu werden.
Wahlbeteiligung und organisatorische Abläufe
Die Wahlbeteiligung lag bei 50,7 Prozent der 7.489 Wahlberechtigten, was nur geringfügig höher ist als bei der letzten Bürgermeisterwahl 2019 mit genau 50 Prozent. Damals konnte Jürgen Kliewe mit 60,43 Prozent der Stimmen ohne Stichwahl das Amt gewinnen. Er tritt diesmal nicht mehr an und wird im Juli in den Ruhestand gehen.
Wahlleiter Sven Behnke bestätigte, dass die Wahl in den zehn Wahllokalen und zwei Briefwahllokalen ohne Komplikationen verlief. 677 Wahlberechtigte nutzten die Briefwahl, es gab 69 ungültige Stimmen. Der Wahlausschuss wird am Dienstag, dem 14. April, um 16 Uhr im Bürgersaal zusammenkommen, um das endgültige Wahlergebnis offiziell festzustellen und die Stichwahl zu bestätigen.
Irritationen durch falschen Flyer
Für Unmut sorgte ein falscher Flyer, der offenbar in einigen Briefkästen der Stadt verteilt wurde und einen der sieben Kandidaten verunglimpfte. Wahlleiter Sven Behnke kritisierte dies scharf: „Das hat mit einem fairen Wahlwettbewerb nicht viel zu tun“. Er betonte jedoch, dass der Wahlablauf dadurch nicht beeinflusst wurde, verwies aber darauf, dass nach der Wahl Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahl eingelegt werden kann, falls Fehler festgestellt werden.
Die Stichwahl am 26. April verspricht damit ein spannendes Finale um das Bürgermeisteramt in Ueckermünde zu werden, bei dem die beiden parteilosen Kandidaten um die Gunst der Wähler werben werden.



