Stephanie Gräfin von Pfuel feiert politisches Comeback als Bürgermeisterin von Tüßling
Stephanie von Pfuel: Comeback als Bürgermeisterin von Tüßling

Stephanie Gräfin von Pfuel kehrt als Bürgermeisterin nach Tüßling zurück

In einer deutlichen Entscheidung hat die Tüßlinger Bevölkerung Stephanie Gräfin von Pfuel (64) für weitere sechs Jahre zur Bürgermeisterin ihrer Heimatgemeinde gewählt. Mit einem überzeugenden Ergebnis von 60,4 Prozent der Stimmen setzte sich die fünffache Mutter gegen ihre Mitbewerber durch und feiert damit ein bemerkenswertes politisches Comeback.

Überwältigender Wahlsieg nach spannendem Wahlkampf

Die Wahl am 8. März 2026 brachte ein klares Votum für die erfahrene Politikerin. Aufgestellt von der CSU, konnte sich Stephanie von Pfuel deutlich gegen Schulleiterin Alexandra Ludwig (29,4 Prozent, Bürgerliste/Freie Wähler) und Versicherungskaufmann Frank Tepin (10,2 Prozent, Tüßlinger Liste) durchsetzen. Damit kehrt sie an die Spitze der 3.342 Einwohner zählenden Gemeinde im Landkreis Altötting zurück, wo sie bereits von 2014 bis 2020 das Bürgermeisteramt innehatte.

„Als das Ergebnis feststand, hat es mir vor lauter Freude die Arme hochgerissen“, beschreibt die designierte Bürgermeisterin ihren emotionalen Moment nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses. „Ich bin dankbar für das Vertrauen, das mir geschenkt wurde. Jetzt heißt es, ran an die Arbeit. Ich werde dieses Jahr 65. Andere gehen in Rente, ich fange nochmal neu an“, erklärt Stephanie von Pfuel ihre Motivation.

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Ambitionierte Pläne für die Zukunft Tüßlings

Die wiedergewählte Bürgermeisterin hat konkrete Vorstellungen für die Entwicklung ihrer Heimatgemeinde:

  • Bau eines dringend benötigten Kindergartens
  • Errichtung eines Supermarktes für die Grundversorgung
  • Renovierung der Trinkwasserversorgung
  • Umsetzung einer modernen Wärmeplanung

„Ich bin in Tüßling tief verwurzelt und in den letzten sechs Jahren herrschte hier so viel Chaos, da gab es keine richtige Führung. Ich möchte Tüßling helfen, nach vorne zu kommen“, betont die Gräfin, die als geborene Baronesse Michel von Tüßling im örtlichen Schloss aufwuchs und dieses 1991 von ihrem Vater erbte.

Kompliziertes Verhältnis zur CSU

Besonders bemerkenswert ist das politische Comeback vor dem Hintergrund ihres spektakulären Austritts aus der CSU vor sechs Jahren. Damals zog sich Stephanie von Pfuel wutentbrannt aus der Politik zurück, nachdem sie die Coronapolitik der Partei als „menschenverachtend und arrogant“ empfunden hatte.

„Ich war sehr ärgerlich über die Bevormundung der Bürger durch Parteifunktionäre und ausführende Ämter. Jeder, der Macht roch, zog sie an sich. Die Folge waren absurde Maßnahmen, wie etwa das Tragen von Masken im Freien“, erinnert sich die Politikerin. Dennoch betont sie: „Die CSU ist im Kern die Partei, deren Grundsätze größtenteils auch meine sind.“

Ein erneuter Eintritt in die Partei kommt für sie jedoch nicht in Frage: „Ich will mich einsetzen, aber zu keiner Partei mehr gehören.“ Die Entscheidung zur Kandidatur fiel ihr nicht leicht – erst der Zuspruch ihrer Tochter gab den Ausschlag: „Mami, du hast noch genug Hirnkapazität frei. Mach das.“

Persönliche Tragödie und öffentliches Image

Hinter der öffentlichen Person verbirgt sich eine Frau, die persönliche Schicksalsschläge zu bewältigen hatte. Im März verlor sie ihren Sohn Karl, der in Berlin als Fußgänger überfahren wurde. Die fünffache Mutter ist dennoch entschlossen, ihre Kraft der Gemeinde zu widmen.

Ihren Spitznamen „Kaffeegräfin“ erhielt Stephanie von Pfuel bereits 2002, als sie in ihrem Schloss einen Werbespot für Eduscho drehte. Dieser Name begleitet sie bis heute und hat sich zu einem Markenzeichen entwickelt, das über die Grenzen Tüßlings hinaus bekannt ist.

Die Wahlbeteiligung und das klare Ergebnis zeigen, dass die Tüßlinger Bevölkerung auf die Erfahrung und Entschlossenheit ihrer neuen alten Bürgermeisterin setzt. In den kommenden sechs Jahren wird sich zeigen, ob Stephanie Gräfin von Pfuel ihre ambitionierten Pläne für die oberbayerische Gemeinde umsetzen kann.

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