Hohe Kraftstoffkosten zwingen Rostocks Stadtverwaltung zum Sparen
Die aktuell hohen Preise für Benzin und Diesel stellen nicht nur private Autofahrer vor finanzielle Herausforderungen, sondern belasten auch die Stadtverwaltung Rostock erheblich. Mit einem umfangreichen Fuhrpark von insgesamt 236 Fahrzeugen muss die Hansestadt erhebliche Mehrkosten verkraften, die durch Einsparungen an anderer Stelle kompensiert werden müssen.
Umfangreicher Fuhrpark mit vielfältigen Fahrzeugtypen
Der städtische Fuhrpark setzt sich aus einer bunten Mischung verschiedener Fahrzeuge zusammen. Neben 94 Autos und 77 Kleintransportern gehören 65 größere Nutzfahrzeuge wie Traktoren und Spezialfahrzeuge zum Bestand. Zusätzlich verfügt die Stadt über ein Feuerlöschboot und eine Hafenbarkasse. Von den 236 Fahrzeugen sind 61 geleast, während 175 käuflich erworben wurden.
Die Kraftstoffverteilung zeigt eine klare Präferenz für konventionelle Antriebe: 208 Fahrzeuge werden mit Diesel oder Benzin betrieben, lediglich 18 sind vollelektrisch und acht verfügen über Hybrid-Technik. Zwei Autos werden mit Gas betankt. Die jährlichen Kraftstoffkosten bewegen sich bereits im mittleren sechsstelligen Bereich, wie aus dem Rathaus verlautet.
Feuerwehr und Stadtgrün als größte Verbraucher
Den größten Teil des Fuhrparks betreibt das Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz samt Feuerwehr mit 120 Fahrzeugen, vier kleineren Arbeitsbooten und einem Feuerlöschboot. Bis auf ein Hybrid-Auto und ein Elektrofahrzeug tanken alle dieser Fahrzeuge Diesel.
Ebenfalls bedeutend ist der Fuhrpark des Amtes für Stadtgrün, der 28 Transporter, vierzehn Autos, elf Stadtlieferwagen, drei Laster, zwei Hubsteiger sowie diverse Spezialfahrzeuge umfasst. Hier werden 64 Fahrzeuge mit Diesel betrieben, 18 mit Benzin, drei mit Erdgas und drei sind elektrisch unterwegs. Für Dienstgänge stehen zusätzlich sechs E-Fahrräder zur Verfügung.
Preiserhöhungen erfordern Kompensation an anderer Stelle
Die aktuelle Preissituation an den Tankstellen stellt die Stadtverwaltung vor besondere Herausforderungen. „Die Aufgaben sind zu allermeist pflichtiger Art und zwingend zu erbringen bzw. abzusichern“, betont das Rathaus. Dies gilt insbesondere für Einsätze im Bereich der Gefahrenabwehr und -bekämpfung, etwa bei Feuerwehreinsätzen.
Da direkte Einsparungen im Betrieb kaum möglich sind, muss die Stadt andere Wege finden: „Die Erhöhung der Kraftstoffpreise wird durch den Wegfall anderer Leistungen abgepuffert werden müssen“, erklärt die Verwaltung. Bereits jetzt regelt die Geschäftsanweisung zu Dienstreisen, dass diese nur angeordnet oder genehmigt werden dürfen, wenn sie dienstlich notwendig sind und der Zweck nicht auf andere Weise erreicht werden kann.
Mitarbeiter sind angehalten, grundsätzlich Angebote des öffentlichen Verkehrs zu nutzen, um Energieverbrauch und Emissionen zu reduzieren. Inhaber des Deutschlandtickets müssen dieses bei Dienstgängen und Dienstreisen im jeweiligen Geltungsbereich einsetzen. Diese Maßnahmen gewinnen angesichts der aktuellen Preisentwicklung zusätzliche Bedeutung.



