Münchens neuer grüner OB Dominik Krause: Bezahlbares Wohnen ist nicht verhandelbar
Münchens OB Krause: Wohnen ist nicht verhandelbar

Historischer Wahlsieg: Dominik Krause wird Münchens erster grüner Oberbürgermeister

In der Münchner Muffathalle herrschte am Wahlsonntag ausgelassene Stimmung: Der 35-jährige Dominik Krause hat mit seinem Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl Geschichte geschrieben. Als erster Kandidat der Grünen übernimmt er das höchste Amt in der bayerischen Landeshauptstadt. Die neue Legislaturperiode beginnt offiziell am 11. Mai, doch Krause will die Aufbruchstimmung des Wahlkampfs bereits jetzt ins Rathaus tragen.

„Bezahlbares Wohnen steht außer Frage“

Im ersten Interview nach seinem Wahlsieg macht der designierte Oberbürgermeister deutlich, wo seine Prioritäten liegen: „Bezahlbares Wohnen muss der Schwerpunkt der nächsten Amtszeit sein, das steht für mich außer Frage“, erklärt Krause mit Nachdruck. Bereits ab dem 11. Mai will er eine neue Stelle gegen Mietwucher und zur Bekämpfung von Leerstand gründen – ein zentrales Versprechen seines Wahlkampfs.

Der neue Rathauschef betont, dass dieses Thema nicht nur Wähler, sondern auch die mehr als 50 Prozent Nichtwähler betrifft. „Das wichtigste Thema meines Wahlkampfs war bezahlbares Wohnen. Und das betrifft die allermeisten Menschen dieser Stadt“, so Krause. Sein Credo: Investitionen in Wohnraum, Schulen, Kitas und den öffentlichen Nahverkehr müssen Vorrang haben, während bei Verwaltungskosten gespart werden soll.

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Koalitionsgespräche mit allen demokratischen Parteien

Die Frage nach möglichen Koalitionen beantwortet Krause pragmatisch: „Ich kann mir eine Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien vorstellen“. Zunächst will er mit der SPD sprechen, aber auch Gespräche mit der CSU sind geplant. Der CSU-OB-Kandidat Clemens Baumgärtner hatte bereits ein grün-schwarzes Bündnis vorgeschlagen.

Krause erinnert daran, dass Demokraten in herausfordernden Zeiten miteinander sprechen müssen. „Manchmal gibt es ja auch Gespräche mit überraschenden Ergebnissen, die man vorher nie erwartet hätte“, gibt er zu bedenken. Sein Anspruch als Oberbürgermeister ist es, Motor der Koalition zu sein – egal welche am Ende zustande kommt.

Zusammenarbeit mit Markus Söder und neue Führungskultur

Auf die Frage nach der Zusammenarbeit mit Ministerpräsident Markus Söder antwortet Krause sachlich: „Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München und der Ministerpräsident müssen gut zusammenarbeiten“. Diese Kooperation sei Grundlage für den wechselseitigen Erfolg, wie am starken Wirtschaftsstandort München zu sehen sei.

Kritik an seinem Vorgänger Dieter Reiter, der als abgehoben wahrgenommen wurde, begegnet Krause mit konkreten Plänen: „Ich habe in meinem Sofortprogramm eine neue Führungskultur angekündigt“. Diese gelte sowohl gegenüber städtischen Mitarbeitern als auch für die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat. Regelmäßige Gesprächsrunden und seine aktive Teilnahme an Haushaltsverhandlungen sollen Transparenz und Effizienz sicherstellen.

Persönliches und politisches Selbstverständnis

Zur Frage, ob seine Jugend oder Homosexualität eine Rolle spielen, sagt Krause deutlich: „Die Sexualität von Politikern spielt in München heutzutage zum Glück keine Rolle mehr“. Als Zweiter Bürgermeister habe er keine Anfeindungen erlebt und gehe davon aus, dass dies auch als Oberbürgermeister so bleibe.

Sein Alter sieht er sogar als Vorteil: „Mit einem jüngeren OB kommt frischer Wind rein und dann tut sich endlich wieder was“. Er verweist auf Hans-Jochen Vogel, der als junger Oberbürgermeister einer der größten Modernisierer Münchens war. „Heute brauchen wir wieder so einen Modernisierungs-Schub in unserer Stadt“, betont Krause.

Der Einfluss des FC-Bayern-Skandals auf das Wahlergebnis lässt Krause bewusst offen: „Ich will nicht darüber spekulieren, wie viel Einfluss das Thema FC Bayern auf die Wahl hatte“. Er ist sich sicher, dass viele Münchnerinnen und Münchner auch ohne diesen Vorgang Lust auf Veränderung hatten.

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Mit seinem historischen Wahlsieg steht Dominik Krause vor der Aufgabe, Münchens Aufbruchstimmung in konkrete Politik zu übersetzen. Seine klaren Prioritäten und der Wille zur Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg lassen auf einen pragmatischen Regierungsstil hoffen, der die Herausforderungen der Stadt angehen will.