36 Jahre im Amt: Bernd Dikau ist der dienstälteste Bürgermeister in Mecklenburg-Vorpommern
Die Gemeinde Lohmen im Landkreis Rostock zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Kontinuität in der Führung aus. Seit nunmehr 36 Jahren lenkt Bernd Dikau die Geschicke der Kommune, die sieben Ortsteile umfasst: Altenhagen, Garden, Gerdshagen, Lähnwitz, Nienhagen, Oldenstorf und Rothbeck. Mit 34 Jahren war er einst der jüngste Bürgermeister im Rat des Kreises Güstrow – heute ist er der dienstälteste Amtsinhaber in ganz Mecklenburg-Vorpommern.
Internationale Partnerschaften und humanitäre Hilfe
Lohmen pflegt ein weitreichendes Netzwerk von Partnerschaften. Neben zehn Kommunen aus dem In- und Ausland unterhält die Gemeinde seit 2022 eine enge Kooperation mit der ukrainischen Gemeinde Bіlohorodska. „Wir haben bereits viermal Hilfsgüter hingebracht, das fünfte Paket ist schon geschnürt“, erklärt Bürgermeister Dikau. Besonders stolz ist er auf die Übergabe von 180.000 Euro Fördermitteln für einen Saugwagen, der sowohl zur Reinigung von Kanalisationen als auch als Löschfahrzeug eingesetzt werden kann. Zudem wurden ein Kindergarten und ein Krankenhaus mit Solarmodulen ausgestattet. „Wir haben auch schon Flüchtlinge mit nach Lohmen genommen“, fügt der 70-Jährige hinzu.
Gemeinde als Arbeitgeber und Lebensraum
Unter der Führung von Bernd Dikau hat sich Lohmen zu einem lebendigen und attraktiven Wohnort entwickelt. Die Gemeinde beschäftigt fast 100 Menschen und fungiert damit als bedeutender Arbeitgeber in der Region. Die wichtigsten Arbeitsstätten sind:
- Das Wohn- und Pflegezentrum mit 80 Mitarbeitern
- Die Kindertagesstätte mit zehn Beschäftigten und etwa 90 Kindern
- Die Gemeindearbeiter und die Touristeninformation
„Eine Gemeinde lebt nur dann, wenn auch die Vereine und die Bürger mitmachen“, betont Dikau. Feuerwehr, Sportverein, Kulturverein und Jugendklub engagieren sich vorbildlich im Dorfleben.
Großes Jubiläumsjahr und finanzielle Stabilität
Im kommenden Jahr stehen gleich zwei bedeutende Jubiläen an: Lohmen feiert sein 800-jähriges Bestehen sowie das 100-jährige Jubiläum der Feuerwehr. „Wir haben schon im vergangenen Jahr angefangen, dieses Fest vorzubereiten. Es soll nicht nur eine einzige Veranstaltung werden, sondern ein ganzes Festjahr mit vielen Aktivitäten“, so der Bürgermeister. Geplant sind unter anderem das Schafschurfest im April, das Dorffest im Sommer und der Weihnachtsmarkt, die alle auf die Jubiläen ausgerichtet werden.
Finanziell steht die Gemeinde auf soliden Füßen. In den vergangenen sieben Jahren wurden etwa sieben Millionen Euro Fördermittel in die Infrastruktur investiert. Seit 17 Jahren kommt Lohmen ohne Schlüsselzuweisungen aus. „Wir ernähren uns alleine“, hebt Dikau die Eigenständigkeit hervor. Haupteinnahmequellen sind:
- Gewerbesteuer
- Grundsteuer
- Umsatzsteuer
- Einkommenssteuer
- Hundesteuer
Trotz dieser Stärke unterstützt Lohmen andere Gemeinden durch das Finanzausgleichsgesetz und das Solidarprinzip. „Von acht Millionen geben wir über fünf Millionen dem Landkreis und dem Amt Güstrow-Land ab“, erklärt Dikau.
Zukunftsperspektiven und persönliche Motivation
Bernd Dikau wirkt auch nach 36 Jahren Amtszeit keineswegs müde. Aktuell ist er bis 2029 gewählt und kann sich sogar eine weitere Amtszeit vorstellen. „Ich war der jüngste Bürgermeister im damaligen Rat des Kreises Güstrow und bin jetzt der dienstälteste Bürgermeister in MV“, resümiert er. Seine Motivation bleibt ungebrochen: „Wir wollen uns auch nach 799 Jahren weiterhin attraktiv halten.“ Die Gemeinde Lohmen blickt unter seiner Führung zuversichtlich in die Zukunft und bereitet sich auf ein historisches Festjahr vor, das die starke Gemeinschaft und die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte würdigen wird.



