Anklam: 300 Kubikmeter Wasser fluten Keller – Feuerwehr-Großeinsatz nach geplatzter Leitung
300 Kubikmeter Wasser fluten Keller in Anklam – Feuerwehr im Einsatz

Feuerwehr-Großeinsatz in Anklam: 300 Kubikmeter Wasser im Keller

Was zunächst wie normales Grundwasser erschien, entwickelte sich für einen Anwohner in Anklam bei Pelsin zu einem wahren Albtraum. In seinem über 100 Jahre alten Wohnhaus stand das Wasser plötzlich brusthoch in den Kellerräumen – ein dramatischer Vorfall, der einen Großeinsatz der Feuerwehr erforderte.

Vom knöchelhohen Wasserstand zur Katastrophe

Ulrich Matz, der zwischen Anklam und Pelsin direkt an der Bundesstraße B197 wohnt, bemerkte am Dienstagabend zunächst nur einen knöchelhohen Wasserstand in seinem Keller. „Alle zehn Jahre passiert das Mal, sagen die Nachbarn. Deshalb habe ich mir noch nichts gedacht“, erklärt der 71-Jährige. Zur Sicherheit schaltete er zwar seine 10.000-Liter-Pumpe ein und drehte den Hauptwasserhahn zu, doch diese Maßnahmen erwiesen sich als völlig unzureichend.

Als Matz am Mittwochmorgen erneut den Keller kontrollierte, bot sich ihm ein erschreckendes Bild: Das Wasser stand inzwischen bereits brusthoch in den gut 90 Quadratmeter großen Kellerräumen. Die private Pumpe hatte über Nacht kaum Wirkung gezeigt – gegen die gewaltigen Wassermengen war sie machtlos.

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Feuerwehr rückt mit Großgerät an

Die Anklamer Feuerwehr alarmierte daraufhin 18 Einsatzkräfte mit vier Fahrzeugen, die umgehend vor Ort eintrafen. Einsatzleiter Remo Reinke verdeutlichte die Dimension des Einsatzes: „Wir gehen von rund 300 Kubikmetern aus, die wir aus dem Keller pumpen müssen.“ Umgerechnet entspricht diese Menge etwa 1.500 vollen Badewannen – eine gewaltige Aufgabe für die Feuerwehrkameraden.

Ulrich Matz zeigte sich tief beeindruckt vom Einsatz der Feuerwehr: „Das war Weltklasse. Ich kann vor den Kameradinnen und Kameraden nur den Hut ziehen. So nett und hilfsbereit waren sie.“ Obwohl die Feuerwehr eigentlich nicht für nasse Keller zuständig ist, rechtfertigte die außergewöhnliche Wassermenge den Großeinsatz.

Geplatzte Leitung als Ursache

Die Ursache für die Wassermassen lag nicht im eigenen Haus von Ulrich Matz, sondern in der Nachbarhaushälfte. Dort war bei den eisigen Temperaturen offenbar eine Wasserleitung geplatzt, während die Bewohner nicht vor Ort waren. Das Wasser muss bereits mehrere Tage ungehindert ins Gebäude geflossen sein, wie Nachbar Matz berichtete.

Die Polizei entdeckte den Schaden bei einer Kontrolle des Hauses. Glücklicherweise konnte ein weiterer Nachbar mit einem Notfallschlüssel das Haus öffnen und das Wasser abdrehen, wodurch zumindest die Tür unversehrt blieb. Die genaue Schadenshöhe in beiden Haushälften ließ sich zunächst nicht beziffern.

Bundesstraße halbseitig gesperrt

Während des stundenlangen Abpumpens musste die Bundesstraße B197 halbseitig gesperrt werden. Die Feuerwehr verlegte eine Schlauchbrücke über die Straße, um das Wasser auf einen Acker auf der gegenüberliegenden Seite zu befördern. Einsatzleiter Reinke erklärte diese Maßnahme: „Bei den Wassermassen hätte es sonst womöglich gleich den nächsten Nachbarn getroffen.“

Ulrich Matz zeigte sich erleichtert, dass sich der Schaden bei ihm auf den Keller beschränkte. Da dieser Bereich bei der Haussanierung bisher nicht modernisiert worden war, hielt sich der materielle Verlust in Grenzen. Dennoch bleibt der Vorfall als eindrückliche Erinnerung an die Kraft unkontrollierter Wassermassen.

Die Anklamer Feuerwehr war mehrere Stunden im Einsatz, um die gewaltigen 300 Kubikmeter Wasser aus dem Keller zu pumpen – ein beeindruckender Einsatz, der die Bedeutung der Feuerwehr in Notsituationen einmal mehr unterstrich.

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