Hofreiter nennt Kubicki „klassischen Macho“ – Strack-Zimmermann amüsiert
Hofreiter: Kubicki ist ein „klassischer Macho“

Die Nachwirkungen der turbulenten Wahl des neuen FDP-Vorsitzenden Wolfgang Kubicki halten die politische Berliner Szene in Atem. Nun hat sich auch der Grünen-Politiker Anton Hofreiter in die Debatte eingeschaltet. In einer TV-Sendung auf Ntv äußerte er sich kritisch über den 74-jährigen Liberalen und bezeichnete ihn als „klassischen Macho“. Neben ihm saß eine sichtlich amüsierte Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die zuvor selbst gegen Kubicki um den Parteivorsitz kandidiert hatte.

Hofreiters Analyse des neuen FDP-Chefs

Hofreiter, Vorsitzender des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union im Bundestag, führte in der Sendung aus, dass Kubicki ein typischer Vertreter einer veralteten Männlichkeitsvorstellung sei. „Er ist halt so ein klassischer Macho“, so der Grünen-Politiker. Diese Spezies halte sich in der Regel für „stark und männlich“ und genieße es, „gerne Wein zu trinken“. Hinter dieser Fassade verberge sich jedoch oft ein „schwacher, verwundbarer und unsicherer Mensch“, der leicht zu verletzen sei. Hofreiter, der auch als Hobby-Psychologe auftrat, erklärte, dass Kubicki offenbar vor der Wahl gedacht habe, diese „locker“ für sich entscheiden zu können.

Die überraschende Kandidatur Strack-Zimmermanns

Strack-Zimmermann war auf dem Bundesparteitag am Wochenende überraschend gegen Kubicki angetreten. Mit knapp 60 Prozent der Stimmen setzte sich Kubicki durch, während Strack-Zimmermann knapp 40 Prozent erhielt. Hofreiter ging in seiner Analyse nicht auf das Überraschungsmoment der Kandidatur ein, sondern konzentrierte sich auf Kubickis Tonfall. Er sei „immer gut im Austeilen“, aber weniger gut im „Einstecken“ von Schlägen. In einer Demokratie müsse es jedoch möglich sein, dass jemand spontan kandidiere und es eine echte Wahl gebe – insbesondere in einer „Partei des Wettbewerbs“ wie der FDP. Hofreiter schloss mit der ironischen Bemerkung: „Das ist ja noch unverschämter, dass es da plötzlich einen echten Wettbewerb gibt.“ Sein Fazit: Alles sei legitim und in Ordnung.

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Die Debatte um den Hammer

Nach der Abstimmung hatten Kubicki und Strack-Zimmermann auf eine öffentliche Aussöhnung verzichtet. Stattdessen lieferten sie sich einen verbalen Schlagabtausch. Kubicki sagte der „Bild“-Zeitung: „Marie-Agnes, Du hast nur 40 Prozent – und jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt.“ Er fügte hinzu: „Wenn Du die FDP in die Bedeutungslosigkeit führen willst, dann mach genauso weiter.“ Strack-Zimmermann konterte daraufhin auf der Plattform X mit einem Foto eines Gummihammers und der scherzhaften Bemerkung: „Ich möchte ja nicht, dass Du Dir versehentlich weh tust.“

Kubickis Reaktion und Entspannung

Kubicki ließ den Seitenhieb nicht unkommentiert. Im Interview mit WELT TV erklärte er, es sei gar nicht so leicht, „mit einem Gummihammer liberale Nägel einzuschlagen“. Er habe das versucht und sei „gnadenlos gescheitert“. Dennoch verkündete er, dass der öffentliche Streit mit Strack-Zimmermann entschärft sei. Beide hätten sich darauf verständigt, dass die Fortsetzung der Nickeligkeiten in der deutschen Öffentlichkeit den Eindruck erwecken würde, zwischen ihnen stimme es nicht. Bei einer Begegnung am Montag im FDP-Präsidium hätten sie sich „nett auseinanderklamüsert“. Die Wogen scheinen damit vorerst geglättet, auch wenn die politischen Differenzen bestehen bleiben.

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