Kubicki kritisiert Merz' Kommunikation als unterirdisch
Kubicki: Merz' Kommunikation unterirdisch

Der neue FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf kritisiert und ihm erhebliche Defizite in der politischen Kommunikation vorgeworfen. In der ARD-Talkshow „Maischberger“ sagte Kubicki über Merz: „Der kommuniziert unglaublich schlecht.“ Auf die Frage, was ihn an der bisherigen Amtsführung des CDU-Politikers am meisten überrascht habe, verwies Kubicki auf dessen lange Zeit außerhalb der aktiven Politik. Merz wisse offenbar nicht mehr, „wie das Spiel funktioniert, also wie das System funktioniert.“

Kubicki: Merz’ Erwartungsmanagement ist „unterirdisch“

Besonders kritisch sieht der FDP-Chef den Umgang des Kanzlers mit Erwartungen: „Das Erwartungsmanagement ist unterirdisch.“ Gleichzeitig zog Kubicki einen Vergleich zu Merz’ Vorgänger Olaf Scholz (SPD), der bis zum Regierungswechsel die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP angeführt hatte. Der ehemalige Kanzler sei äußerst detailorientiert gewesen, so Kubicki, dessen Partei nach dem Scheitern der Ampel aus dem Bundestag geflogen ist.

Scholz war besser als Merz

Scholz sei ein „Aktenfresser“ gewesen und habe sich intensiv mit Sachfragen beschäftigt. „Er war wirklich im Detail, was man von Friedrich Merz nicht immer behaupten kann“, so Kubicki, der seit 2017 Vizepräsident des Bundestages war. Gerade diese mangelnde Detailversessenheit habe ihn überrascht. „Das habe ich definitiv nicht von Friedrich Merz erwartet“, sagt der neue FDP-Vorsitzende.

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Kubicki verschärft Ton gegenüber Merz

Die jüngsten Angriffe von FDP-Chef Wolfgang Kubicki auf Bundeskanzler Friedrich Merz kommen nicht überraschend. Seit seiner Wahl zum Parteivorsitzenden Anfang Juni verschärft Kubicki den Ton gegenüber dem CDU-Chef kontinuierlich. Auf dem FDP-Bundesparteitag in Berlin setzte er sich deutlich gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch und kündigte an, die Liberalen aus ihrer Krise zu führen und zu früheren Wahlerfolgen zurückzuführen. Parallel dazu profilierte sich Kubicki zunehmend als scharfer Kritiker des Kanzlers. Bereits im Mai sorgte er mit einer persönlichen Spitze für Aufsehen, als er Merz öffentlich als „Eierarsch“ bezeichnete.

Kubicki, der nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag nun außerparlamentarische Opposition betreibt, nutzt jede Gelegenheit, um Merz’ Regierungsstil zu attackieren. Er wirft dem Kanzler vor, die komplexen Herausforderungen der aktuellen politischen Lage nicht angemessen zu adressieren und stattdessen durch unzureichende Kommunikation Vertrauen zu verspielen. Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Umfragewerte der Union unter Merz’ Führung stagnieren und die FDP trotz ihres Austritts aus dem Parlament versucht, sich als relevante politische Kraft zu positionieren.

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