Die politisch motivierte Kriminalität in Niedersachsen zeigt auch 2025 eine steigende Tendenz. Nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) wurden bis zum 27. November sowohl bei rechts- als auch linksmotivierten oder sonstigen Straftaten jeweils Fälle im niedrigen vierstelligen Bereich erfasst. Straftaten mit ausländisch-ideologischem oder religiös motiviertem Hintergrund liegen im niedrigen dreistelligen Bereich.
Das LKA betonte, dass die Fallzahlen des laufenden Jahres vorerst ausschließlich als Tendenzen bekanntgegeben werden. Die genauen Zahlen zur Entwicklung der politisch motivierten Kriminalität wird das niedersächsische Innenministerium im kommenden Jahr vorlegen.
Im vergangenen Jahr war die Zahl politisch motivierter Straftaten massiv gestiegen: Landesweit wurden 7.632 Fälle gezählt, nach 5.194 im Jahr 2023. Grund für den Anstieg war nach früheren Einschätzungen von Innenministerin Daniela Behrens vor allem die Europawahl im Juni 2024, mit der allein 1.305 Straftaten in Zusammenhang standen.
Rechts motivierte Straftaten stiegen 2024 von 2.552 auf 3.643 Fälle und hatten den größten Anteil an den politisch motivierten Delikten. Bei weit über der Hälfte der Taten handelte es sich um Propagandadelikte wie das Zeigen verbotener Kennzeichen. Die Zahl rechts motivierter Gewaltdelikte stieg von 66 auf 88.
Besonders stark stieg die Zahl links motivierter Straftaten von 572 auf 1.159 Fälle. Die links motivierten Gewalttaten hatten mit 121 Delikten den größten Anteil an der gesamten politisch motivierten Gewaltkriminalität, ein Jahr zuvor waren es 38. Insgesamt legte die Zahl politisch motivierter Gewaltdelikte auf 333 Fälle zu (2023: 204).
Für 2025 wurden links und rechts motivierte Gewaltdelikte jeweils im hohen zweistelligen Bereich erfasst, sonstige politisch motivierte Gewalttaten im mittleren zweistelligen Bereich. Gewalttaten mit ausländisch-ideologischem Hintergrund liegen bislang im niedrigen zweistelligen, mit religiösem Hintergrund im hohen einstelligen Bereich.



