Die regierende Labour-Partei auf Malta hat ihren Sieg bei der Parlamentswahl im kleinsten EU-Mitgliedsstaat erklärt. Ministerpräsident Robert Abela sprach in einem Fernsehinterview von einem historischen Erfolg: „Wir haben Geschichte geschrieben, indem wir zum vierten Mal in Folge gewonnen haben.“ Er betonte, er wolle Premierminister für alle Bürger Maltas sein. Die ersten Ergebnisse zeigten einen deutlichen Vorsprung seiner Partei vor der konservativen Nationalist Party.
Oppositionsführer gesteht Niederlage ein
Oppositionsführer Alex Borg erklärte in einer Videobotschaft in den sozialen Medien, er habe Abela angerufen, um seine Niederlage einzugestehen und ihm alles Gute zu wünschen. „Das Volk hat gesprochen, und wir müssen seinen Willen respektieren“, sagte Borg. Er räumte ein, dass dies nicht das Ergebnis sei, das er sich erhofft habe, fügte jedoch hinzu, niemand solle die Stimme für seine Partei bereuen.
Wahlbeteiligung und Auszählung
Wie groß der Abstand zwischen den beiden Parteien tatsächlich ist, bleibt vorerst unklar. Die Auszählung aller Stimmen soll erst im Laufe des Tages abgeschlossen sein. Offiziellen Angaben zufolge lag die Wahlbeteiligung bei mehr als 87 Prozent, was eine hohe politische Teilnahme der maltesischen Bevölkerung widerspiegelt.
Vorzeitige Neuwahl aus geopolitischen Gründen
Der 48-jährige Abela hatte Ende April die eigentlich für das kommende Jahr erwartete Parlamentswahl vorgezogen. Als Begründung nannte er globale geopolitische Sorgen und erklärte, seine Regierung benötige ein neues Mandat, um Malta und seine Bürger durch eine drohende Energiekrise zu führen. Die vorgezogene Wahl sollte Stabilität in turbulenten Zeiten gewährleisten.
Wahlkampfthemen: Kontinuität versus Erneuerung
Im Wahlkampf setzte die Labour-Partei auf Kontinuität und verwies auf Maltas starke Wirtschaft als Beleg für ihre Regierungsfähigkeit. Die Nationalist Party des 30-jährigen Borg hingegen präsentierte sich als Kraft der Erneuerung, die die Infrastruktur des Landes verbessern und Maltas Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften verringern wolle. Borg, ein Anwalt und Gewinner des Mr.-World-Malta-Wettbewerbs von 2020, wurde als neuer, energiegeladener Politiker dargestellt, der das Land neu ausrichten könne.



