Berlin – Angesichts der Eskalation im Nahen Osten und des Ukraine-Krieges fragen sich viele Deutsche: Wie sicher sind wir? Wie schützen wir uns im Ernstfall? Oberst i.G. Armin Schaus (54) vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr betont: „Für den Schutz der Bevölkerung ist der Zivilschutz zuständig – nicht die Bundeswehr.“ Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt vor, wie Bürger sich vorbereiten sollen, basierend auf dem „Allgefahren-Ansatz“.
„Man darf es nicht nur auf Krieg reduzieren“, sagt Schaus. „Es geht auch um Stromausfälle, Sabotage, Naturkatastrophen oder Pandemien.“ Seine klare Empfehlung: „Vorräte für zehn Tage im Haus haben.“ Denn: „Bis staatliche Maßnahmen anlaufen, dauert es.“ Wer vorbereitet ist, verschafft sich Sicherheit und entlastet die Einsatzkräfte.
Doch es geht nicht nur um Konserven. „Vorbereitung ist auch Kopfsache.“ Der Oberst rät zu einfachen Absprachen in der Familie: „Wenn Stromausfall ist, WhatsApp und Co. nicht mehr funktionieren – wo treffen wir uns?“ Beispielsweise könne man schon vorher festlegen, dass in einem solchen Fall die Kirche der Treffpunkt ist, die Oma die Kinder dort abhole. „Diese einfachen Mittel sind schon ein riesiger Schritt.“ Denn gute Planung verhindere Panik.
Und was ist mit Schutzräumen? Keller, Tiefgaragen und U-Bahnhöfe aufsuchen. Schaus: „Wenn man selbst keinen Keller hat, hilft vielleicht der Nachbar. Oder im Ort ist eine Firma mit Tiefgarage, oder eine Schule mit Keller.“
Zur militärischen Lage sagt er deutlich: „Ich sehe keine Anzeichen für einen klassischen militärischen Konflikt in Deutschland.“ Deutschland sei eingebettet in ein starkes Bündnis. „Alle Maßnahmen im Rahmen der NATO dienen der Kriegsverhinderung.“ Seine Botschaft an die Bürger: Ruhe bewahren. Vorsorgen. Zusammenhalten. „Am Ende geht es um Resilienz.“



