Bundesnetzagentur zwingt Bahn zu mehr Platz für Konkurrenten
Bahn muss Konkurrenten mehr Platz im Fernverkehr geben

Die Deutsche Bahn muss künftig Wettbewerbern im Fernverkehr mindestens ein Viertel der Kapazitäten auf hochbelasteten Strecken überlassen. Das geht aus einem Beschluss der Bundesnetzagentur hervor, den die Behörde veröffentlicht hat. Die zuständige Bahn-Infrastrukturtochter DB InfraGo muss demnach 25 bis 40 Prozent der Kapazitäten auf solchen Strecken an andere Unternehmen als die Fernverkehrssparte der Bahn vergeben.

Italo plant Markteintritt in Deutschland für 2028

Mit dem Beschluss entspricht die Behörde einer zentralen Forderung des italienischen Zugunternehmens Italo, das für 2028 den Markteintritt in Deutschland plant. Die Pläne sehen vor, zunächst die Strecken München-Frankfurt-Köln-Dortmund im Stundentakt und München-Berlin-Hamburg alle zwei Stunden zu fahren. Das Unternehmen will ab dem Frühjahr 2028 dafür 30 Hochgeschwindigkeitszüge für 56 tägliche Zugverbindungen auf die Gleise schicken.

Flixtrain kündigt Hochfrequenznetz an

Auch Flixtrain des Münchner Unternehmens Flix möchte im Fernverkehr stärker mitmischen. Auf den Strecken Berlin–Hamburg, Berlin–Leipzig und Hamburg–Köln sollen bereits 2027 deutlich mehr Fahrten stattfinden, mit Start im Sommer 2028 kündigt Flixtrain ein Hochfrequenznetz an, das „alle deutschen Metropolen“ miteinander verbinden soll.

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Der Beschluss der Bundesnetzagentur ist ein wichtiger Schritt zur Öffnung des Fernverkehrsmarktes, der bislang von der Deutschen Bahn dominiert wird. Die Behörde reagiert damit auf langjährige Forderungen von Wettbewerbern und Verbraucherschützern nach mehr Wettbewerb auf der Schiene. Die DB InfraGo muss nun sicherstellen, dass die Trassenkapazitäten fair verteilt werden.

„Dieser Beschluss ist ein Meilenstein für den Schienenpersonenfernverkehr in Deutschland“, erklärte ein Sprecher der Bundesnetzagentur. „Er schafft die Grundlage für mehr Wettbewerb und damit für bessere Angebote für die Fahrgäste.“

Die Deutsche Bahn äußerte sich zurückhaltend zu dem Beschluss. Ein Sprecher sagte: „Wir werden die Vorgaben der Bundesnetzagentur selbstverständlich umsetzen. Allerdings weisen wir darauf hin, dass die Kapazitäten auf vielen Strecken bereits heute stark ausgelastet sind. Eine gerechte Verteilung wird eine Herausforderung.“

Italo und Flixtrain begrüßten die Entscheidung. „Endlich bekommen wir die Chance, unser Angebot in Deutschland auszubauen“, so ein Italo-Sprecher. „Die Fahrgäste werden von mehr Auswahl und günstigeren Preisen profitieren.“

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