Nach Edeka-Schließung in Pinnow: Drei Supermarktketten zeigen Interesse an neuem Markt
Pinnow: Drei Ketten interessieren sich für neuen Supermarkt

Pinnow kämpft um Nahversorgung nach Edeka-Schließung

Die Schiebetüren bleiben geschlossen, der Parkplatz liegt verlassen da, und das vertraute Klappern der Einkaufswagen ist verstummt. In der Kuckucksallee in Pinnow herrscht seit der Schließung des Edeka-Marktes Ende März eine ungewohnte Stille. Nicht nur ein Lebensmittelgeschäft hat seine Türen geschlossen, sondern ein zentraler Ort der Nahversorgung und des sozialen Austauschs ist verschwunden. Die drängende Frage, die nun über der Gemeinde schwebt, lautet: Wie kann die Versorgung der Einwohner sichergestellt werden?

Drei Supermarktketten zeigen Interesse an Pinnow

Bürgermeister Günter Tiroux gibt vorsichtigen Grund zur Hoffnung. „Es haben sich in den vergangenen Wochen drei weitere Anbieter von Supermärkten bei der Gemeinde gemeldet und Interesse an einer Markteröffnung in Pinnow bekundet“, erklärt er. Die Namen der Ketten bleiben vorerst geheim, da die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind und um Stillschweigen gebeten wurde. „Ich kann nur so viel sagen: Es sind bekannte Marken“, so Tiroux. Dies signalisiert, dass Pinnow für den Lebensmitteleinzelhandel weiterhin attraktiv ist.

Doch Geduld ist gefragt. Die Machbarkeitsstudie von Edeka liegt noch nicht vor, und selbst wenn sich ein Betreiber entscheidet, dauern die Planungen und Baugenehmigungen mindestens eineinviertel bis anderthalb Jahre. „Alle Vertreter der Supermärkte sprachen von 14 bis 17 Wochen Bauzeit, sobald die bürokratischen Hürden überwunden sind“, berichtet der Bürgermeister. Die Gemeinde kann nur Angebote unterbreiten, hat aber keine Druckmittel, um den Prozess zu beschleunigen.

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Übergangslösungen: Bäckereiwagen und erweitertes Gastronomieangebot

Bis ein neuer Supermarkt realisiert ist, müssen Übergangslösungen die Versorgungslücke schließen. Ab dem 2. April wird das Backmobil Schwerin dreimal wöchentlich in Pinnow und Godern Halt machen. An verschiedenen Stationen – an der Bietnitz, beim Gemeindehaus am Petersberg und in Godern – bietet der Bäckereiwagen frische Brötchen und Backwaren an. Die genauen Zeiten:

  • Bietnitz (Höhe Containerstellplatz): Dienstag 11.30-12.15 Uhr, Donnerstag 8.15-9.00 Uhr, Sonntag 8.30-9.00 Uhr
  • Pinnow (Zum Petersberg, Höhe Gemeindehaus): Dienstag 12.30-13.15 Uhr, Donnerstag 9.15-10.30 Uhr, Sonntag 9.05-9.30 Uhr
  • Godern (Höhe Alte Dorfstraße 6): Dienstag 13.30-14.15 Uhr, Donnerstag 10.45-11.30 Uhr, Sonntag 9.45-10.15 Uhr

Bestellungen und Anfragen sind per E-Mail oder Telefon möglich. Zudem hat die Gaststätte „Am Petersberg“ ihr Angebot erweitert und bietet wieder einen Mittagstisch an, was die tägliche Versorgung unterstützt.

Vision: Neuer Supermarkt mit Café und Bäcker

Der geplante neue Markt soll mehr sein als ein reiner Lebensmittelladen. Die Gemeinde hat bereits ausgehandelt, dass ein Bäcker und ein kleines Café Teil des Konzepts werden sollen. Damit würde nicht nur die Nahversorgung gesichert, sondern auch ein sozialer Treffpunkt geschaffen. „Ein Treffpunkt also, nicht nur ein Ort für den schnellen Einkauf“, betont Bürgermeister Tiroux.

Doch eine Herausforderung bleibt: Ein rollender Einkaufsmarkt für den großen Wocheneinkauf ist noch nicht gefunden. „Wir sind weiterhin auf der Suche nach einem Anbieter und wären dankbar für Hinweise“, appelliert Tiroux. Die Gemeinde Pinnow zeigt damit Entschlossenheit, die Versorgungskrise zu überwinden und die Lebensqualität der Einwohner langfristig zu sichern.

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