Brandenburg gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus mit zentraler Feier und Preisverleihung
Gedenken an KZ-Befreiung und Preis für Demokratie in Brandenburg

Zentrale Gedenkfeier zum Jahrestag der KZ-Befreiung in Brandenburg geplant

81 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager im Jahr 1945 bereitet Brandenburg in der kommenden Woche mehrere Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Nationalsozialismus vor. Am Sonntag ist eine zentrale Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen geplant, wie die Landtagsverwaltung mitteilte.

"Station Z" als Ort des Erinnerns

Der zentrale Ort des Gedenkens wird die sogenannte "Station Z" sein – ein Gebäude, das einst als Krematorium und Vernichtungsstätte diente. Der Buchstabe "Z", der letzte im Alphabet, stand in zynischer Weise für die letzte Station im Leben eines Häftlings, erläutert die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. An diesem historischen Ort befanden sich vier Krematoriumsöfen, eine Gaskammer und ein Erschießungsbereich, die an das Grauen von Sachsenhausen erinnern.

Franz-Bobzien-Preis für Demokratie und Toleranz

Parallel zur Gedenkfeier soll am selben Tag in der Oranienburger Orangerie der Franz-Bobzien-Preis verliehen werden. Die Stadt Oranienburg und die Gedenkstätte Sachsenhausen haben diesen Preis zum neunten Mal ausgeschrieben, um Projekte in Brandenburg und Berlin auszuzeichnen, die sich für Demokratie und Toleranz einsetzen und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus fördern.

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Eine zwölfköpfige Jury sichtete insgesamt 63 Bewerbungsmappen mit einer Vielzahl von Aktivitäten, darunter:

  • Diskussionsveranstaltungen und Performances
  • Podcasts, Filme und Lesungen
  • Plastische Werke wie Gedenkmauern und Gedenksteine
  • Fahrten, Konzerte und Ausstellungen

Vier Projekte werden schließlich ausgezeichnet, wobei drei aus Brandenburg und eines aus Berlin stammen.

Historischer Hintergrund: Das Grauen von Sachsenhausen

Im Konzentrationslager Sachsenhausen und seinen etwa 100 Außenlagern waren zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Mindestens 55.000 von ihnen starben an unmenschlichen Haftbedingungen oder wurden von der SS ermordet, so die Angaben der Stiftung.

Am 22. und 23. April 1945 erreichten sowjetische und polnische Soldaten das Lager, das zuvor von den Nationalsozialisten geräumt worden war. Sie fanden noch rund 3.000 kranke Häftlinge vor. Mehr als 30.000 Häftlinge waren zuvor auf einem brutalen Todesmarsch unter der Gewalt der SS gezwungen worden.

Weitere Pläne zur Erinnerung an den Holocaust

Details zum Programm und weitere Vorhaben zur Erinnerung an den Holocaust in diesem Jahr wollen Brandenburgs Kultur- und Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) und Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, am Montag vorstellen. Diese Initiativen unterstreichen die anhaltende Bedeutung der Aufarbeitung und des Gedenkens an die Verbrechen des Nationalsozialismus.

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