Gemeinschaftsaktion rettet Hof vor Wassermassen in Bargischow
Starke Regenfälle und plötzliches Tauwetter haben bei Familie Hendricks am Ortsrand von Bargischow zu einer dramatischen Überschwemmungssituation geführt. Was zunächst wie ein normales Hochwasserereignis aussah, entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einer ernsthaften Bedrohung für Haus und Hof.
Wassermassen dringen unaufhaltsam vor
Reinhard Hendricks, der seit 1984 mit seiner Frau Ellen auf dem Gehöft lebt, berichtet von einer beispiellosen Situation: „Wir wohnen seit fast vierzig Jahren hier, doch so viel Wasser hatten wir noch nie.“ Bereits vor zwanzig Jahren hatte die Familie nach einer Überschwemmung einen Schutzwall um das Grundstück errichtet, der bisher stets ausreichend Schutz bot. Doch diesmal reichte die Barriere bei weitem nicht aus.
Das Wasser vom benachbarten Acker stieg kontinuierlich an und drang trotz des Walls auf das Grundstück vor. Zuerst stand der Garten unter Wasser, dann näherte sich der Pegel bedrohlich dem Gartenhaus. Eine eingesetzte Tauchpumpe konnte die Wassermassen nicht bewältigen, und schließlich lief sogar die Kläranlage voll. Der Wasserstand erreichte fast die gepflasterte Fläche in Richtung des Wohnhauses.
Großangelegter Rettungseinsatz mobilisiert zahlreiche Kräfte
In dieser kritischen Situation alarmierte die Familie die Feuerwehr. Was folgte, war ein beeindruckender Gemeinschaftseinsatz verschiedener Organisationen und freiwilliger Helfer:
- Die Anklamer Feuerwehr rückte mit mehreren Fahrzeugen aus
- Das Technische Hilfswerk aus Hamburg unterstützte mit spezieller Pumptechnik
- Der Bauhof der Stadt Anklam stellte zusätzliche Technik bereit
- Die Firma Tiefbau Sommerfeld half mit einem Bagger
- Amtswehrführer Rico Scheffler lieferte Sandsäcke aus Bugewitz
Ellen Hendricks erinnert sich an den unwirklichen Moment, als sie von der Arbeit nach Hause kam: „Ein Blaulicht nach dem anderen rückte nach Bargischow aus. Mein erster Gedanke war: Das wird doch wohl nicht schon bei uns sein. Doch es war tatsächlich unser Grundstück.“
Nachbarschaftshilfe in höchster Not
Neben den professionellen Einsatzkräften packten auch zahlreiche freiwillige Helfer mit an. Nachbarn, Gemeindevertreter und sogar der Bürgermeister halfen beim Befüllen und Aufschichten von Sandsäcken. Die Hilfsbereitschaft überwältigte die Familie Hendricks, die diesen Einsatz keineswegs als selbstverständlich ansieht.
„Gerade bei den freiwilligen Kräften von Feuerwehr und THW lag schon ein Einsatzmarathon vom Wochenende hinter ihnen“, betont Ellen Hendricks anerkennend. „Doch es waren alle nett und freundlich und haben angepackt, wo sie nur konnten.“
Dankbarkeit und Vorsorge für die Zukunft
Der öffentliche Dank an alle Helfer ist der Familie eine echte Herzensangelegenheit. Um sich zukünftig besser vor ähnlichen Ereignissen zu schützen, planen sie nun gemeinsam mit der Gemeinde und dem örtlichen Landwirtschaftsbetrieb, den bestehenden Erdwall rund um das Grundstück möglicherweise zu erhöhen.
Reinhard Hendricks resümiert: „Wir wollen alles tun, damit solch ein Feuerwerkseinsatz uns in Zukunft nicht mehr blüht.“ Die Erfahrung hat gezeigt, wie wichtig gut funktionierende Rettungskräfte und solidarische Nachbarschaftshilfe in Notsituationen sind.



