Die Koalitionäre haben sich nach einer langen Nacht im Kanzleramt offenbar auf ein großes Reformpaket geeinigt, das unter anderem eine Einkommenssteuerreform umfasst. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bis zur Sommerpause die wesentlichen Weichenstellungen gefordert. Der Druck war immens, denn die Verhandlungen zogen sich bis kurz vor Mitternacht hin. Details sollen heute bekannt gegeben werden, unter anderem in einem Fernsehinterview mit Maybrit Illner im ZDF unter dem Titel „Ist das jetzt der Neustart, Herr Merz?“. Die Koalition will die Republik umkrempeln: Rente, Arbeitsmarkt, Gesundheit und Steuern stehen auf der Agenda. Die Zeit ist knapp, die Aufgaben gewaltig.
Sparen am falschen Ende: Ebola in der DR Kongo
Während in Deutschland über Reformen verhandelt wird, zeigt sich in der Demokratischen Republik Kongo die Kehrseite von Sparmaßnahmen. Der Ebola-Ausbruch dort wütet seit fast zwei Monaten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist noch nicht vor Ort, wie Theresa Berthold von „Ärzte ohne Grenzen“ berichtet: „Die WHO würde normalerweise die Kontaktnachverfolgung übernehmen, aber die sind noch nicht da. Also machen wir das gerade.“ Hintergrund sind Kürzungen in der Entwicklungshilfe, die unter anderem auf die US-Strategie „America First“ zurückgehen. Elon Musks Effizienzbehörde Doge hatte Ebola-Präventionsprogramme gestrichen, was nun fatale Folgen hat.
Kölner Dom: Eintritt kostet jetzt zwölf Euro
Seit dem 2. Juli 2026 ist der Besuch des Kölner Doms kostenpflichtig. Tag eins mit der neuen „Besichtigungsgebühr“ verlief jedoch ruhig, wie eine Umfrage ergab. Viele Touristen akzeptieren die Gebühr, auch wenn sie manchen zu hoch erscheint. Der Dom hat jährliche Kosten von 16 Millionen Euro für Personal und Instandhaltung. Ermäßigte Tarife gibt es für Schüler, Studenten und Azubis. Beten und Kerzen anzünden bleiben kostenfrei, ebenso der Gottesdienst. Mitglieder des Fördervereins kommen gratis hinein – die Mitgliederzahlen steigen. International liegt der Dom mit zwölf Euro im Mittelfeld; die Hagia Sophia in Istanbul kostet 25 Euro.
WM: USA träumen weiter – Kahn kritisiert Trainerdebatte
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft träumt das US-Team trotz einer Roten Karte vom Sommermärchen. Oliver Kahn hat unterdessen die Trainerdebatte nach dem deutschen Aus kritisiert. Die wichtigsten Turnier-News gibt es täglich.
Verliererin des Tages: Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht hat eine schwere Niederlage erlitten, nachdem selbst AfD-Chefin Alice Weidel ihr eine Absage erteilte. Das Bündnis BSW hatte der AfD gemeinsame Wahlkampfauftritte in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern angeboten. Die AfD lehnte ab und verwies auf die Fünfprozenthürde. Der Brief des BSW an die AfD sorgte intern für Ärger und Austritte.
Weitere Nachrichten der Nacht
Bis zu 600.000 Soldaten im Ukrainekrieg getötet: Eine US-Studie beziffert die Gesamtverluste auf mindestens 1,4 Millionen Verletzte oder Vermisste und bis zu 600.000 Tote, wobei Russland den höchsten Anteil hat. Zwei russische Kletterer bestiegen illegal das Empire State Building und hielten dort eine romantische Szene ab – die Polizei zeigte sich wenig beeindruckt. Der Panzerbauer KNDS verschiebt seinen Börsengang auf unbestimmte Zeit, da die Branche derzeit volatil ist.



