Steuererklärung mit einem Klick: Ab 1. Juli für Millionen möglich
Steuer per Klick: Ab 1. Juli für 11,5 Millionen

Ab dem 1. Juli 2026 können Millionen Deutsche ihre Steuererklärung mit einem einzigen Mausklick erledigen lassen. Die neue Funktion „Steuer per Klick“ im staatlichen Elster-Programm soll zunächst für ledige und kinderlose Arbeitnehmer sowie Bezieher von Alterseinkünften wie Rentner verfügbar sein – insgesamt rund 11,5 Millionen Menschen.

Was ist die „Steuer per Klick“?

Die neue Funktion im Elster-Programm ermöglicht es, dass das Finanzamt alle relevanten Daten wie Gehaltsabrechnung und Kapitalerträge automatisch zusammenstellt und die Steuererklärung erstellt. Der Steuerpflichtige muss lediglich auf „Abschicken“ klicken. Die Funktion geht auf ein Pilotprojekt aus Hessen von 2025 zurück.

Voraussetzungen und Aktivierung

Die „Steuer per Klick“ wird stufenweise ausgerollt. Nicht jeder kommt sofort dran: Die Funktion muss zunächst in der „MeinELSTER+“-App aktiviert werden, was seit März 2026 möglich ist. Die alten Steuerformulare könnten bald vollständig verschwinden.

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Wichtige Hinweise für Nutzer

Steuerexperte Prof. Dr. Joachim Englisch (53) betont gegenüber BILD: „Etwa Kosten für Arbeitsmittel, Fahrtkosten, Handwerkerleistungen, Spenden etc.“ können vom Finanzamt nicht automatisch eingetragen werden. Er kritisiert: „Wirklich nützlich für einen breiten Anwenderkreis kann die Steuererklärung per Mausklick erst werden, wenn die relevanten steuerlichen Regelungen vereinfacht werden. Der Gesetzgeber sollte mehr Typisierung und großzügigere Pauschalen wagen; dann kann viel häufiger wirklich einfach nur ‚geklickt‘ werden, ohne großen Prüfungs- und Änderungsbedarf.“

Kritik an der neuen Funktion

Lohnsteuerhilfevereine befürchten, dass viele Bürger künftig auf Sparmöglichkeiten verzichten, um die Steuererklärung schneller zu erledigen. Kritisiert wird auch, dass es nur eine mobile und keine Desktop-Version gibt. Bequemlichkeit könnte demnach teuer werden.

Politische Reaktionen

Parteiübergreifend gibt es viel Lob. Bayerns Finanzminister Albert Füracker (58, CSU) nannte die Steuererklärung per Mausklick „schnell, unkompliziert und sicher“. Sein baden-württembergischer Amtskollege Danyal Bayaz (42, Grüne) sieht eine Ersparnis an „Zeit, Nerven und unnötiger Bürokratie“. Weitere Nutzergruppen sollen bald folgen.

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