Jüdische Bäckerei schließt: Berlin hat ein Antisemitismus-Problem
Jüdische Bäckerei schließt: Berlin hat ein Problem

Die jüdische Bäckerei „Babka & Krantz“ in Berlin-Friedenau hat geschlossen – und wird nicht wieder öffnen. Dies ist nicht nur ein Verlust für die Nachbarschaft, sondern wirft ein Schlaglicht auf ein tiefergehendes Problem in der Hauptstadt. Inhaber der einzigen jüdischen Meisterbäckerei Berlins begründen die Schließung mit mehreren Faktoren: einer langwierigen Baustelle vor der Tür, die zu erheblichen Umsatzeinbußen führte, fehlender Unterstützung aus dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg und – was besonders schwer wiegt – „anhaltenden verbalen Übergriffen“, die offenbar antisemitischer Natur sind.

Ein Kommentar von Leonard Laurig

Die Schließung von „Babka & Krantz“ ist ein Weckruf für Berlin. Die Gründe mögen vielschichtig sein, doch der antisemitische Hintergrund darf nicht ignoriert werden. Wer sich im Umfeld der Bäckerei umhört, mag auf unternehmerisches Pech schließen – eine Baustelle allein ruiniert selten ein Geschäft. Aber die Tatsache, dass mindestens ein antisemitischer Übergriff stattfand, der von Zeugen beobachtet wurde, macht betroffen. Diese Entwicklung ist nicht hinnehmbar.

Die unbequeme Wahrheit

In Berlin ist jüdisches Leben kaum möglich. Das ist bitter und eine Schande für ein Land, in dem der Holocaust stattfand. Wenn das Versprechen vom Schutz jüdischen Lebens noch etwas wert sein soll, muss sich dringend etwas ändern. Wir alle müssen dazu beitragen, auch wenn es wie ein aussichtsloser Kampf erscheint. Die Politik ist gefordert, aber auch die Gesellschaft muss wachsam sein und Zivilcourage zeigen. Die Schließung von „Babka & Krantz“ darf nicht zum Symbol für eine Resignation werden, sondern muss als Ansporn dienen, jüdisches Leben in Berlin zu stärken und zu schützen.

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