Die Mehrheit der Deutschen traut der geplanten Rentenreform der schwarz-roten Bundesregierung keinen Erfolg zu. Das geht aus dem aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“ hervor, den die Funke Mediengruppe veröffentlichte. Demnach glauben 57 Prozent der Befragten nicht, dass die Reform die Altersvorsorge langfristig sichern kann. Nur 38 Prozent zeigen sich optimistisch. Die Umfrage wurde vom 30. Juni bis 1. Juli 2026 durchgeführt, befragt wurden 1.200 Wahlberechtigte.
Koalitionsausschuss präsentiert umfangreiches Paket
Die Spitzen der schwarz-roten Koalition hatten am Donnerstag, 3. Juli 2026, die Ergebnisse des Koalitionsausschusses im Garten des Kanzleramtes vorgestellt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Markus Söder (CSU), Lars Klingbeil und Bärbel Bas (beide SPD) präsentierten eine lange Liste an Beschlüssen. Neben der Rentenreform umfasst das Paket auch Änderungen in der Steuerpolitik, beim Arbeitsmarkt, bei Krankschreibungen sowie in den Bereichen Gesundheit und Pflege.
Rentenreform stößt auf Skepsis
Die geplante Rentenreform sieht unter anderem eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 68 Jahre bis 2035 und eine stärkere Förderung der privaten Altersvorsorge vor. „Die Menschen haben Sorge, dass die gesetzliche Rente nicht mehr ausreicht, um im Alter gut zu leben“, sagte ein Sprecher des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Laut Umfrage befürchten 62 Prozent der Befragten unter 40 Jahren, dass sie selbst von der Reform negativ betroffen sein werden. Bei den über 60-Jährigen sind es nur 28 Prozent.
Junge und Alte unterschiedlich betroffen
Besonders groß ist die Skepsis bei den Jüngeren: 71 Prozent der 18- bis 39-Jährigen glauben nicht an den Erfolg der Reform. Bei den über 60-Jährigen sind es 45 Prozent. „Die junge Generation hat das Gefühl, dass die Lasten der Alterung einseitig auf ihren Schultern abgeladen werden“, kommentierte der Rentenexperte Prof. Dr. Martin Werding von der Ruhr-Universität Bochum. Die Bundesregierung betont hingegen, dass die Reform notwendig sei, um das Rentensystem langfristig stabil zu halten. „Ohne Reform würde der Beitragssatz bis 2040 auf über 25 Prozent steigen“, warnte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD).
Weitere Beschlüsse des Koalitionsausschusses
Neben der Rente wurden auch andere Maßnahmen beschlossen. So soll die Krankschreibung per Video-Call dauerhaft möglich bleiben. Beim Arbeitsmarkt plant die Regierung eine Ausweitung der Weiterbildungsförderung. In der Pflege soll ein neuer Personalbemessungsschlüssel eingeführt werden. Die Steuerpolitik sieht eine leichte Entlastung für mittlere Einkommen vor. Details zu den einzelnen Punkten werden in den kommenden Wochen in Gesetzesentwürfe gegossen.
Der ARD-„Deutschlandtrend“ zeigt, dass die Bevölkerung die Reformen insgesamt kritisch sieht: Nur 34 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, ein Minus von fünf Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat. Die Skepsis gegenüber der Rentenreform ist dabei ein zentraler Faktor.



