Zehn Jahre nach Brexit: Briten spüren die Folgen der Trennung
Zehn Jahre nach Brexit: Briten spüren die Folgen

Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum: Eine Bilanz

Am 23. Juni 2016 stimmten knapp 52 Prozent der britischen Wähler für den Austritt aus der Europäischen Union. Zehn Jahre später, im Jahr 2026, ziehen Experten eine gemischte Bilanz. Global Reporterin Anne McElvoy und Thomas Kausch diskutieren in einem aktuellen Beitrag die langfristigen Folgen der Entscheidung und fragen: Hat sich die Trennung gelohnt?

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexits

Seit dem offiziellen Austritt im Jahr 2020 hat sich die britische Wirtschaft deutlich verändert. Laut einer Studie des Londoner Thinktanks „Centre for European Reform“ ist das Bruttoinlandsprodukt Großbritanniens im Vergleich zu einem Verbleib in der EU um etwa 5 bis 6 Prozent niedriger. Besonders betroffen sind der Handel und die Finanzdienstleistungen. „Die neuen Zollformalitäten und bürokratischen Hürden haben den Warenaustausch mit der EU erheblich erschwert“, erklärt McElvoy.

Politische und gesellschaftliche Spannungen

Der Brexit hat auch tiefe gesellschaftliche Gräben hinterlassen. „Wir haben zwei Seelen in unserer Brust“, zitiert McElvoy einen verbreiteten Ausspruch, der die gespaltene Stimmung im Land widerspiegelt. Während Brexit-Befürworter auf mehr Souveränität und eigene Handelsabkommen verweisen, beklagen Gegner den Verlust von Freizügigkeit und wirtschaftlicher Integration. Die politische Landschaft ist zersplittert: Die konservative Regierung kämpft mit internen Flügelkämpfen, während die oppositionelle Labour-Partei eine Annäherung an die EU fordert.

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Internationale Perspektive und Zukunftsperspektiven

International hat Großbritannien neue Handelsabkommen geschlossen, etwa mit Australien und Neuseeland, doch der wirtschaftliche Nutzen bleibt hinter den Erwartungen zurück. „Der Brexit war kein einmaliges Ereignis, sondern ein fortlaufender Prozess“, betont Kausch. Die Diskussion über eine mögliche Rückkehr in die EU oder eine engere Zusammenarbeit wird weitergeführt, jedoch ohne konkrete politische Schritte. Die Meinungsumfragen zeigen eine leichte Mehrheit für einen Wiedereintritt, doch die politischen Hürden sind hoch.

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