WM-Start: Infantino kämpft mit Problemen – Visum, Trump, Kritik
WM-Start: Infantinos Probleme – Visum, Trump, Kritik

Kurz vor dem Anpfiff der größten Weltmeisterschaft der Geschichte sieht sich FIFA-Präsident Gianni Infantino mit einer Reihe von Problemen konfrontiert. Während er die WM in den USA, Kanada und Mexiko als „großartigste und inklusivste aller Zeiten“ anpreist, mehren sich die Zweifel. Von Visa-Verweigerungen für Schiedsrichter über eine Strafanzeige von Michel Platini bis hin zu horrenden Ticketpreisen – die Liste der Baustellen ist lang.

Problem 1: Strafanzeige durch Michel Platini

Kurz nachdem Infantino im Central Park in New York neue Kleinfelder eingeweiht hatte, holte ihn die Vergangenheit ein. Der ehemalige UEFA-Präsident Michel Platini reichte in Frankreich Strafanzeige gegen Infantino und weitere frühere Funktionäre ein. Platini wirft ihnen eine Verschwörung vor, die seine Wahl zum FIFA-Präsidenten vor über zehn Jahren verhindert habe. Statt der französischen Legende stieg Infantino damals zum Chef des Weltfußballs auf.

Problem 2: Die Nähe zu Donald Trump

Die WM droht auch zur Trump-Show zu werden. Der US-Präsident wird den WM-Pokal beim Finale am 19. Juli in East Rutherford überreichen. Infantino umschmeichelt Trump seit Jahren – die „Bromance“ der beiden Alphamänner gipfelte in der Verleihung des neu erfundenen FIFA-Friedenspreises bei der WM-Auslosung. Im Februar verkündete der Weltverband eine Partnerschaft mit Trumps umstrittenen Friedensrat. Kritiker werfen Infantino vor, als „Steigbügelhalter“ und „Propagandawerkzeug“ für Trump zu fungieren.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Problem 3: US-Einreisepolitik

Die Einreisepolitik der USA stellt den Einfluss der FIFA auf die Probe. Dem für die WM nominierten Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia wurde die Einreise verweigert – aus Sicherheitsbedenken. Auch 15 iranische Funktionäre erhielten kein Visum; das iranische Team darf nur an Spieltagen in die USA einreisen. Fans aus Haiti, Senegal, der Elfenbeinküste und dem Irak berichten von Einschränkungen. Der Internationale Sportjournalisten-Verband AIPS kritisiert die „zahlosen“ Fälle und fordert die FIFA zum Eingreifen auf.

Problem 4: Ticket-Wucher auf dem Zweitmarkt

Der Ärger um die WM-Tickets reißt nicht ab. Zwei US-Generalstaatsanwältinnen haben eine Untersuchung wegen möglicherweise irreführender Ticketvergabepraktiken angekündigt. Die Fanorganisation „Football Supporters Europe“ legte bereits im März Beschwerde bei der Europäischen Kommission ein. Kritisiert werden zu hohe Preise, zu wenige günstige Tickets, das dynamische Preismodell und Wucher auf dem Zweitmarkt. Die FIFA verteidigt sich: Die Wiederverkaufsplattform entspreche gängigen Praktiken in den USA und Kanada.

Problem 5: Belastung für die Spieler

Die WM wird mit 48 Teams und 104 Spielen nicht nur die größte, sondern auch die anstrengendste. Forscher warnen im Journal „Sports Medicine“ vor einer beispiellosen Kombination aus extremer Hitze, Luftverschmutzung, großen Entfernungen und Höhenlage. Die FIFA führte verpflichtende Trinkpausen von drei Minuten pro Halbzeit ein. Experten fordern in einem offenen Brief weitere Maßnahmen wie längere Pausen und Spielunterbrechungen bei Temperaturen über 28 Grad.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration