56.320 Polizisten, 80.824 Zuschauer und ein striktes Alkoholverkaufsverbot: Wenn am Donnerstag um 3 Uhr (live bei Magenta TV) die Fußball-Nationalmannschaften Mexikos und Tschechiens im Aztekenstadion um den Einzug ins Achtelfinale der Gruppe A kämpfen, gleicht die mexikanische Hauptstadt einer Festung. Das Sekretariat für Bürgersicherheit (SCC) hat die beispiellose Zahl an Ordnungskräften mobilisiert, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten.
Proteste und Sicherheitsrisiken rund um die WM
Hintergrund der massiven Sicherheitsvorkehrungen sind mehrere Gruppen, die für den Spieltag Proteste angekündigt haben. Dazu zählt ein radikaler Flügel der Lehrergewerkschaft, dessen Mitglieder bereits in den vergangenen Wochen Straßenschlachten mit der Polizei geliefert haben. Zudem haben Angehörige der rund 130.000 vermissten Menschen in Mexiko Demonstrationen angekündigt, ebenso wie Lastwagenfahrer, Landwirte und ehemalige Justizangestellte. Sie alle erhoffen sich durch die weltweite Aufmerksamkeit während der WM Gehör für ihre Anliegen.
Alkoholverbot als Maßnahme gegen Ausschreitungen
Bereits nach dem mexikanischen Sieg gegen Südkorea (1:0) strömten mehrere Hunderttausend Fans auf den zentralen Boulevard der Stadt. Dabei kam es zu Ausschreitungen, Vandalismus und exzessivem Alkoholkonsum. Für das Spiel gegen Tschechien wird das Sicherheitskonzept daher noch einmal überarbeitet und die Maßnahmen werden verstärkt. Die Behörden überwachen das Aztekenstadion, das offizielle Fan-Fest der FIFA in der historischen Innenstadt, die beiden Flughäfen der Stadt, die Mannschaftshotels sowie die touristischen Hotspots.
Ein zentraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts ist ein Verkaufsverbot für Alkohol in einigen Bezirken der Hauptstadt. Zwischen 15 Uhr und 7 Uhr am Folgetag dürfen Supermärkte, Kioske, Getränkeläden und die typischen kleinen Lebensmittelgeschäfte (Abarrotes) keine alkoholischen Getränke mehr verkaufen. Restaurants, Hotels, Clubs, Kinos und Theater dürfen dagegen weiterhin Alkohol ausschenken – allerdings nur vor Ort und in Verbindung mit Essen. Alkohol „to go“ bleibt verboten.
Bilanz der bisherigen Spiele
Die bisherigen WM-Spiele in Mexiko-Stadt wurden von großen Menschenmengen begleitet. Nach dem Erfolg gegen Südkorea feierten Hunderttausende Fans ausgelassen, was die Behörden zu einem Umdenken in der Sicherheitsplanung veranlasste. Die mexikanische Regierung und das SCC hoffen, mit den verschärften Maßnahmen eine Wiederholung der Ausschreitungen zu verhindern und ein sicheres Turnier zu gewährleisten.



