USA und Iran ohne Einigung: Verhandlungen in Islamabad enden ergebnislos
USA und Iran ohne Einigung: Verhandlungen enden ergebnislos

USA und Iran ohne Einigung: Verhandlungen in Islamabad enden ergebnislos

Nach einem intensiven Verhandlungsmarathon in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind die Gespräche zwischen den USA und dem Iran ohne konkrete Einigung zu Ende gegangen. Die 21-stündigen Verhandlungen, die große Hoffnungen auf eine Friedenslösung weckten, blieben ergebnislos, wobei beide Seiten jedoch die Tür für weitere diplomatische Bemühungen offen lassen.

Knackpunkte: Atomwaffen und die Straße von Hormus

US-Vizepräsident JD Vance, der die amerikanische Delegation leitete, äußerte sich zurückhaltend zu den genauen Streitpunkten. Er betonte jedoch, dass der Iran keine grundlegende Verpflichtung zur langfristigen Nichtentwicklung von Atomwaffen gezeigt habe – eine Kernforderung der USA. Aus iranischer Sicht, so Sprecher Ismail Baghai vom Außenministerium, lagen die Positionen in zwei zentralen Punkten zu weit auseinander, wobei andere Themenbereiche bereits Einigung fanden.

Iranischen Medienberichten zufolge entzündete sich der größte Streit an Fragen rund um die Straße von Hormus. Der Iran beansprucht die Kontrolle dieser strategisch wichtigen Meerenge und plant ein Mautsystem, während die USA eine freie und sichere Durchfahrt ohne Gebühren fordern, wie es vor dem Krieg der Fall war. Die Öffnung dieser faktisch blockierten Wasserstraße ist neben der Verhinderung einer iranischen Atombombe ein zentrales Anliegen der USA.

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Friedensbemühungen noch nicht gescheitert

Trotz des ergebnislosen Ausgangs schließen beide Seiten weitere Verhandlungen nicht aus. Vance hinterließ einen Vorschlag mit einem Angebot an den Iran, dessen Inhalt jedoch unklar bleibt. Baghai betonte, dass die Diplomatie nie ende. Experten wie Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung sehen die Situation als nicht endgültig verhärtet an. Sie weist darauf hin, dass beide Seiten Maximalforderungen gestellt haben, aber die auf zwei Wochen angesetzte Waffenruhe Zeit für weitere Gespräche biete.

Der Politikwissenschaftler Nico Lange kommentierte auf X, dass ein Deal beim ersten Treffen nicht erwartbar gewesen sei, sondern bestenfalls der Einstieg in einen längeren Verhandlungsprozess gelungen sei. Sicherheitsexperte Peter Neumann mahnte, dass es nicht ausreiche, der anderen Seite Bedingungen diktieren zu wollen. Die USA müssten beim Atomprogramm und der Straße von Hormus auf den Iran zugehen, um eine dauerhafte Lösung zu erreichen.

Droht eine Fortsetzung des Krieges?

Vermittler Pakistan appellierte an beide Seiten, die vereinbarte Waffenruhe einzuhalten, die bisher weitgehend gehalten hat. Streitpunkt bleibt jedoch, ob diese auch für den Libanon gilt, wo Israel und die proiranische Hisbollah-Miliz kämpfen. US-Präsident Donald Trump hatte vor den Gesprächen neue Angriffe angedroht, deutete aber nach deren Ende andere Optionen wie eine Seeblockade an. Israel signalisierte Bereitschaft zur Wiederaufnahme des Krieges, wobei ein ranghoher Regierungsvertreter von umfassenden Schlägen gegen iranische Infrastruktur sprach.

Lage in der Straße von Hormus bleibt angespannt

Während der Verhandlungen eskalierte die Situation in der Straße von Hormus. Das US-Regionalkommando Centcom begann einen Marineeinsatz zur Räumung von Seeminen, während die iranischen Revolutionsgarden die Meerenge als Gefahrenzone deklarierten. Der Schiffsverkehr ist weiterhin stark eingeschränkt, mit weniger als zehn Prozent des üblichen Aufkommens, wie Schiffsbeobachtungsdienste berichten. Der Verband Deutscher Reeder fordert die Bundesregierung auf, die Sicherung freier Seewege zu unterstützen.

Insgesamt bleibt die Lage ungewiss, mit einer fragilen Waffenruhe und offenen Fragen zu Atomwaffen und der Straße von Hormus. Beide Seiten signalisieren Bereitschaft zu weiteren Gesprächen, doch die Gefahr einer Eskalation bleibt bestehen, insbesondere angesichts der angespannten militärischen Lage in der Region.

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