USA verstärken Militärpräsenz im Nahen Osten mit Flugzeugträger 'Gerald R. Ford'
Die Vereinigten Staaten von Amerika schicken im Konflikt mit dem Iran um dessen umstrittenes Atom- und Raketenprogramm Berichten zufolge einen weiteren Flugzeugträger-Verband in den Nahen Osten. Die Besatzung des in der Karibik stationierten Flugzeugträgers „U.S.S. Gerald R. Ford“ sei über die Entscheidung informiert worden, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf vier US-Beamte. Auch der US-Sender CBS meldete die geplante Entsendung des modernsten Flugzeugträgers der US-Marine und seiner Begleitschiffe in die Region.
Militärische Aufrüstung und diplomatische Bemühungen
Die USA haben in den vergangenen Wochen ihre militärische Präsenz im Nahen Osten unter anderem mit dem Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ deutlich verstärkt. Der Flugzeugträger „U.S.S. Gerald R. Ford“ soll sich dem nun demnach anschließen. Der Verband werde voraussichtlich nicht vor Ende April oder Anfang Mai zurückkehren, berichtete die „New York Times“. Auch weitere Kriegsschiffe, Luftabwehrsysteme und Jagdgeschwader befinden sich nach Informationen der US-Zeitung „Wall Street Journal“ bereits in der Golfregion.
Parallel zu den militärischen Maßnahmen laufen diplomatische Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Vertreter beider Staaten hatten vergangene Woche in Omans Hauptstadt Maskat neue Gespräche begonnen. US-Präsident Donald Trump stellte danach eine Fortsetzung in Aussicht – ein genauer Termin dafür steht aber bisher nicht fest. Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet eine vollständige Aufgabe jedoch als rote Linie. Auch Verhandlungen über das heimische Raketenprogramm schloss Irans Regierung zuletzt kategorisch aus.
USA bestellen weitere Bunkerbrecher-Bomben
Rund ein Dreivierteljahr nach dem Einsatz gegen unterirdische Atomanlagen im Iran will das US-Militär Nachschub der massiven bunkerbrechenden Bomben vom Typ GBU-57 bestellen. Die Neuanschaffungen seien infolge des Einsatzes vom vergangenen Juni nötig, um die Lager wieder aufzufüllen, erklärte das US-Verteidigungsministerium zur Begründung der Ausschreibung. Die Bomben seien nötig, „um die Einsatzbereitschaft wiederherzustellen“.
Der mit einem GPS-System präzisionsgelenkte Bunkerbrecher ist rund sechs Meter lang und 13,6 Tonnen schwer. Aufgrund ihrer Dimensionen und des hohen Gewichts kann die Bombe nur von Tarnkappenbombern des Typs B-2 abgeworfen werden, über die ebenfalls nur das US-Militär verfügt. Insgesamt 14 der massiven Bomben wurden bei dem Einsatz im Iran abgeworfen, die meisten davon auf die besonders tief reichende Anlage Fordo. Die Angriffe im Iran waren der erste Kampfeinsatz der Bombe in der US-Geschichte.
Hintergrund: Proteste und innenpolitische Entwicklungen im Iran
Seit Ende Dezember 2025 kommt es im Iran zu Massenprotesten. Sie hatten sich ursprünglich an der schlechten Wirtschaftslage und den hohen Lebenshaltungskosten entzündet, richten sich inzwischen aber vor allem gegen die Führung des Landes. Das iranische Regime reagiert auf die anhaltenden Proteste mit brutaler Gewalt und hat das Internet abgeschaltet. Hinweis: Angaben aus dem Iran sowie Bilder und Videos aus der Region lassen sich oft nicht endgültig verifizieren.
Im Iran hat das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei der Justiz zufolge mehr als 2000 Häftlinge begnadigt oder ihnen Strafmilderung gewährt. Chamenei habe „dem Antrag des Justizchefs stattgegeben, die Strafen von 2108 Verurteilten zu erlassen, zu mildern oder umzuwandeln“, meldete die Justizplattform Misan Online. Ausgenommen davon seien Gefangene, die wegen ihrer Beteiligung an den jüngsten Protesten „angeklagt und verurteilt wurden“, hieß es weiter unter Berufung auf den Vize-Justizchef Ali Mosaffari.
Die Proteste im Iran hatten am 28. Dezember begonnen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik aus. Ihren Höhepunkt erreichten die Proteste am 8. und 9. Januar. Die iranische Führung spricht von mehr als 3000 Toten bei den Demonstrationen – ihren Angaben zufolge hauptsächlich Sicherheitskräfte und von „Terroristen“ getötete Passanten. Einige Menschenrechtsgruppen gehen von einer weitaus höheren Zahl an Todesopfern aus.



