Seit einem Vierteljahrtausend sind die USA unabhängig. Grund genug für große Feierlichkeiten. Doch am 4. Juli 2026 sorgte eine Gruppe in den Morgenstunden in Washington für gruselige Szenen. Die Männer, die sich zu einem Aufmarsch in der Hauptstadt versammelten, gehören offenbar der „Patriot Front“ an.
Rechtsextreme Organisation entstand nach Charlottesville
Die Organisation entstand 2017 nach den rechtsextremen Ausschreitungen in Charlottesville (Virginia) und wird als extremistische beziehungsweise rassistische Gruppe eingestuft. Typisch für ihre Auftritte sind einheitliche Kleidung, Gesichtsbedeckungen, Schilder in den Farben Rot, Weiß und Blau sowie marschartige Formationen – genau diese Bilder waren am Samstag in der Stadt zu sehen.
Die Gruppe verwendet häufig Symbole wie die Zahl 76 (als Anspielung auf das Jahr 1776 und die amerikanische Unabhängigkeit) sowie die US-Farben. Ziel ist es, sich optisch an traditionelle patriotische Symbolik anzulehnen, obwohl die Organisation eine rechtsextreme und weiße nationalistische Ideologie vertritt.
„Patriot Front“ nutzt Großereignisse für Aufmerksamkeit
Mit den offiziellen Feierlichkeiten zum amerikanischen Unabhängigkeitstag haben die Aufmärsche nichts zu tun. Die Extremistengruppe nutzt jedoch Großereignisse wie den 4. Juli regelmäßig, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. Sie tritt eigenständig auf und ist weder Teil des offiziellen Festprogramms noch von staatlichen Stellen eingeladen.
Das Emblem der Patriot Front ist bewusst schlicht gehalten und soll patriotisch wirken, ohne offen nationalsozialistische Symbole zu verwenden. Typischerweise zeigt es einen blauen Schild, einen weißen stilisierten Fackelkopf und den Schriftzug „Patriot Front“.
Offizielle Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum
Der diesjährige Independence Day steht ganz im Zeichen des 250. Geburtstags der USA. Landesweit sind Paraden, Konzerte, Militärvorführungen und große Feuerwerke geplant. Höhepunkt in Washington ist am Abend die „Salute to America“-Veranstaltung mit einer Rede von US-Präsident Donald Trump (80). Er spricht voraussichtlich um 21.45 Uhr Ortszeit – 3.45 Uhr deutscher Zeit. Im Anschluss ist ein großes Feuerwerk geplant. BILD überträgt die Rede live.



