Einen Tag vor dem Start der XXL-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada sorgt ein Schiri-Schock für Aufsehen. Dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan (34) wurde die Einreise in die USA verweigert. Nun nennen amerikanische Behörden erstmals einen konkreten Grund und erheben schwere Vorwürfe.
Verbindungen zu Terrororganisationen?
Wie ein US-Regierungsvertreter gegenüber CNN erklärte, seien bei der Überprüfung des Unparteiischen angebliche „Verbindungen zu mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen“ festgestellt worden. Weitere Details nannten die Behörden nicht. Der Fall hatte international für Aufsehen gesorgt, da Artan als erster Schiedsrichter aus Somalia bei einer WM pfeifen sollte.
Artan: „Nur ein Schiedsrichter“
Artan gehört zu den 52 Schiedsrichtern, die vom Weltverband FIFA für die WM nominiert wurden. Erst 2025 war er als Afrikas bester Schiedsrichter ausgezeichnet worden. Am Samstag wollte er über Miami in die USA einreisen, um sich mit den anderen WM-Schiedsrichtern auf das Turnier vorzubereiten. Stattdessen wurde er von den Grenzbehörden am Miami International Airport gestoppt. Die genauen Gründe waren zunächst unklar.
Gegenüber der New York Times schilderte Artan selbst die Geschehnisse. Demnach wurde er elf Stunden lang befragt. Die Beamten hätten ihn zu seiner Reise, zur politischen Lage in Somalia und zur islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab befragt. Anschließend sei er in Gewahrsam genommen und mit einem Flug zurück nach Istanbul geschickt worden. Artan zeigte sich tief enttäuscht: „Ich bin nur ein Schiedsrichter, der versucht, sich mit der WM-Teilnahme den größten Traum seines Lebens zu erfüllen.“ Er betonte: „Ich hatte die richtigen Papiere und alles andere. Ich hatte das richtige Visum.“
Möglicher Grund: Einreiseverbotsliste
Ein möglicher Grund für die Verweigerung der Einreise ist, dass Somalia zu den 39 Ländern gehört, die auf einer von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump eingeführten Einreiseverbotsliste stehen. Die FIFA erklärte, nicht an den Einwanderungsverfahren beteiligt zu sein: „Die FIFA ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge.“
Das somalische Sportministerium kritisierte die Entscheidung dagegen scharf und sprach von einer verweigerten Einreise „ohne einen triftigen Grund“. Da sich die WM-Schiedsrichter gemeinsam in Miami vorbereiten, kann Artan auch in den anderen Gastgeberländern Mexiko und Kanada nicht pfeifen.



