USA drohen Indien mit 12,5 Prozent Zusatzzoll – auch EU im Visier
USA drohen Indien mit 12,5 Prozent Zusatzzoll

Die USA verschärfen den Ton in den laufenden Handelsgesprächen mit Indien. Washington droht Neu-Delhi mit einem zusätzlichen Importzoll in Höhe von 12,5 Prozent. Hintergrund ist der Vorwurf, dass Indien nicht ausreichend gegen Waren vorgehe, die mit Zwangsarbeit in Verbindung stehen.

Vorwurf der Zwangsarbeit belastet US-Handel

Die US-Regierung sieht in den indischen Maßnahmen zur Bekämpfung von Zwangsarbeit eine Belastung für den eigenen Handel. In einem aktuellen Bericht des US-Handelsbeauftragten heißt es, dass bestimmte Lieferketten, insbesondere bei Baumwolle, Verbindungen nach China aufweisen könnten. Indien sei verpflichtet, hier strenger zu kontrollieren.

Auch Kanada und die EU betroffen

Nicht nur Indien steht unter Druck. Auch Kanada und die Europäische Union sind ins Visier der USA geraten. Ihnen droht ein Sonderzoll von zehn Prozent, sollten sie nicht nachweisen, dass ihre Importe frei von Zwangsarbeit sind. Die USA argumentieren, dass faire Handelsbedingungen nur gewährleistet seien, wenn alle Partner dieselben Standards einhielten.

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Experte: Es geht um Importe nach Indien

Der indische Handelsexperte Ajay Srivastava erklärte, dass der US-Vorwurf nicht auf indische Exportwaren abziele, sondern auf Waren, die nach Indien importiert würden. Diese könnten aus Ländern stammen, in denen Zwangsarbeit verbreitet sei. Der US-Bericht nenne hier explizit die Baumwoll-Lieferketten mit Bezug zu China.

Das indische Handelsministerium hat sich bisher nicht zu den Drohungen geäußert. Beobachter rechnen mit einer offiziellen Stellungnahme in den kommenden Tagen. Die Verhandlungen zwischen den USA und Indien gelten als schwierig, da beide Seiten um ihre wirtschaftlichen Interessen ringen.

Die EU-Kommission zeigte sich besorgt über die US-Drohungen. Ein Sprecher betonte, dass die EU selbst strenge Regeln gegen Zwangsarbeit habe und eine einseitige Bestrafung durch die USA ablehne. Man setze auf Dialog und gemeinsame Standards.

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