Trump lobt Inflation: „Großartige Zahlen“
Der US-Präsident Donald Trump hat mit einer unerwarteten Aussage zur aktuellen Inflation in den Vereinigten Staaten für Verwunderung gesorgt. Auf die Frage eines Journalisten, ob ihn der Anstieg der Teuerungsrate beunruhige, antwortete Trump: „Die Zahlen waren großartig. Ich liebe die Inflation.“ Diese Bemerkung stieß bei Experten und Bürgern gleichermaßen auf Unverständnis. Trump ließ offen, warum er es gut findet, dass die Amerikaner deutlich mehr für Lebensmittel und Benzin zahlen müssen.
Inflationsrate steigt auf 4,2 Prozent
Das US-Arbeitsministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass die Inflation im Mai erstmals seit drei Jahren wieder über vier Prozent gestiegen ist. Die Verbraucherpreise legten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,2 Prozent zu. Damit stieg die Teuerungsrate den zweiten Monat in Folge deutlich an und entfernt sich weiter vom Zielwert der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) von zwei Prozent.
Energiepreise als Haupttreiber
Hauptgrund für die hohe Inflation sind die Folgen des Irankriegs und die Blockaden in der Straße von Hormus, die das weltweite Energieangebot erheblich eingeschränkt haben. Unternehmen müssen derzeit deutlich mehr für Öl, Gas und Dünger ausgeben. Die Mai-Zahlen zeigen, dass Energie insgesamt 23,5 Prozent teurer war als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Benzinpreise: Kraftstoff verteuerte sich um rund 40 Prozent. Die US-Energiebehörde EIA rechnet nun mit einem durchschnittlichen Rohölpreis von 95 Dollar pro Barrel (159 Liter) für das laufende Jahr, während sie im Februar noch von 58 Dollar ausgegangen war. Für 2027 wird ein Rückgang auf 79 Dollar erwartet, was immer noch über den ursprünglich prognostizierten 53 Dollar liegt.
Fed vor schwieriger Zinsentscheidung
Investoren erwarten, dass die Fed auf ihrer Juni-Sitzung die Leitzinsen zunächst stabil halten wird. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf den neuen Fed-Chef Kevin Warsh, der von Trump eingesetzt wurde. Obwohl Warsh als Trumps Wunschkandidat galt, könnte es bald zu Spannungen kommen. Trump wünscht sich niedrigere Zinsen, doch angesichts der hohen Inflation wäre eine Zinssenkung riskant. Experten gehen davon aus, dass Warsh die Zinsen nicht senken wird, was Trump verärgern dürfte. Im Euroraum könnten Kredite infolgedessen teurer werden.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Die hohe Inflation belastet Unternehmen und Verbraucher in den USA. Die gestiegenen Energiepreise schlagen sich auf viele Bereiche nieder, von der Produktion bis zum Transport. Trump selbst stellte ein Abflauen der Inflation in Aussicht, sobald der Irankrieg ende. Allerdings deuten die jüngsten gegenseitigen Attacken darauf hin, dass ein Ende des Konflikts nicht in Sicht ist.



