US-Zwischenwahlen: Demokraten trotz Umfrageführungen im Nachteil
US-Zwischenwahlen: Demokraten trotz Umfrageführungen im Nachteil

Umfrageführung reicht nicht: Demokraten kämpfen gegen strukturelle Hürden

Die Demokratische Partei könnte bei den US-Zwischenwahlen im November 2026 zwar die meisten Stimmen erhalten, dennoch droht ihr eine Niederlage im Kampf um die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses. Grund dafür sind strukturelle Nachteile im US-Wahlsystem und tiefe interne Konflikte, wie eine neue Analyse des Podcasts „Handelsblatt Trump Watch“ zeigt.

Professor Lammert: „Wind im Rücken, aber leckgeschlagenes Schiff“

„Die Demokraten haben den Wind der öffentlichen Meinung zwar im Rücken, kämpfen aber gleichzeitig mit einem leckgeschlagenen Schiff“, sagte Christian Lammert, Professor für die politischen Systeme Nordamerikas an der Freien Universität Berlin. „Und die Lecks sind strukturelle Nachteile im Wahlsystem und die eigene Basis, die unzufrieden ist.“ Die Partei müsse es schaffen, progressive Forderungen nicht abzutun und zugleich für Wechselwähler der Mitte attraktiv zu sein.

Gerrymandering und Wahlkreis-Zuschnitt als zentrale Probleme

Ein zentrales Problem ist das sogenannte Gerrymandering – die gezielte Manipulation von Wahlkreisgrenzen durch die Republikaner in vielen Bundesstaaten. Dadurch können die Demokraten selbst mit einem Stimmenvorsprung weniger Sitze gewinnen. Hinzu kommt die ungleiche Verteilung der Sitze im Senat, wo bevölkerungsärmere, tendenziell republikanische Staaten überproportional vertreten sind.

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Innere Zerrissenheit: Progressive gegen moderate Kräfte

Zudem ist die Partei tief gespalten zwischen progressiven und moderaten Kräften. Während die Basis oft linke Positionen fordert, müssen die Kandidaten in umkämpften Wahlkreisen die Mitte ansprechen. Wer diesen Spagat schafft, könnte sich für die Präsidentschaftswahlen 2028 empfehlen. Als Beispiele nannten die Hosts Senator Jon Ossoff aus Georgia und Gouverneur Gavin Newsom aus Kalifornien.

Podcast-Folge analysiert den Kampf um die Kongressmehrheit

Die Folge „Trump Watch“ vom 25. Juni 2026, moderiert von Nicole Bastian und Christian Lammert und produziert von Christian Heinemann, beleuchtet detailliert die Herausforderungen der Demokraten. Das exklusive Abo-Angebot für Hörer ist unter https://www.handelsblatt.com/sommer26 verfügbar. Rückmeldungen sind per E-Mail an trump-watch@handelsblatt.com erwünscht.

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