Uno-Sicherheitsrat tagt nach tödlichen Angriffen auf Blauhelme im Südlibanon
Uno-Sicherheitsrat tagt nach Angriffen auf Blauhelme

Uno-Sicherheitsrat tagt nach tödlichen Angriffen auf Blauhelme im Südlibanon

Der Uno-Sicherheitsrat hat am Dienstag in New York eine Dringlichkeitssitzung abgehalten, nachdem in den vergangenen Tagen drei Blauhelmsoldaten der Uno-Mission Unifil im Südlibanon getötet wurden. Die Sitzung begann um 10:00 Uhr Ortszeit, wie aus Diplomatenkreisen verlautete. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot hatte zuvor erklärt, sein Land habe wegen der "äußerst schwerwiegenden Vorfälle" diese Sitzung beantragt.

Tödliche Explosionen fordern drei Uno-Soldatenleben

Am Sonntag wurde ein Blauhelmsoldat im Süden des Libanon bei der Explosion eines Geschosses getötet. Bei einem weiteren Vorfall am Montag kamen in Bani Hajjan im Südlibanon zwei weitere Blauhelmsoldaten durch eine Explosion ums Leben. Laut Unifil wurden dabei zwei Uno-Soldaten verletzt, einer von ihnen schwer. Barrot warf der israelischen Armee außerdem vor, am Sonntag die Sicherheit französischer Blauhelmsoldaten in Nakura bedroht zu haben. Dem israelischen Botschafter in Paris sei "mit größter Entschiedenheit" die Verurteilung durch Frankreich übermittelt worden.

Israel leitet Untersuchung ein

Die israelische Armee teilte später mit, eine Untersuchung eingeleitet zu haben. "Die Vorfälle werden gründlich überprüft, um die Umstände zu klären und festzustellen, ob sie durch Aktivitäten der Hisbollah oder der israelischen Streitkräfte verursacht wurden", erklärte die Armee am Dienstag im Onlinedienst Telegram. Es sei zu beachten, dass die Vorfälle sich in einem aktiven Kampfgebiet ereignet hätten. Daher sollte nicht davon ausgegangen werden, dass Vorfälle, bei denen Unifil-Soldaten zu Schaden kamen, von den israelischen Streitkräften verursacht worden seien.

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Mehrfacher Beschuss von Uno-Stellungen im Konfliktgebiet

Der Libanon wurde Anfang März in den Irankrieg hineingezogen. Damals feuerte die von Iran unterstützte Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Khamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Soldaten über die Grenze. Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz will die Armee im Libanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen.

Im Zuge der Kämpfe im Südlibanon wurden Unifil-Stellungen Uno-Angaben zufolge bereits mehrmals getroffen. Anfang März waren drei ghanaische Soldaten in einer Grenzstadt durch Schüsse verletzt worden. Die internationalen Friedenstruppen im Südlibanon werden sowohl von der Hisbollah als auch von Israels Armee beschossen. Offenbar wollen die Kriegsparteien in der Kampfzone lieber keine Beobachter.

Unifil-Mission mit deutscher Beteiligung

Die Unifil ist seit Jahrzehnten zwischen Israel und dem Süden des Libanon im Einsatz. An der Mission sind auch rund 200 Bundeswehrsoldaten beteiligt, die die libanesische Seegrenze überwachen und libanesische Marine-Soldaten ausbilden. Die jüngsten Vorfälle unterstreichen die Gefährlichkeit des Einsatzes in einer Region, die zunehmend zum Schauplatz eskalierender Konflikte wird.

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