Ukraine-Krieg: Tausende Verstöße bei Osterwaffenruhe beklagt
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die kurze Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest erneut zu gegenseitigen Vorwürfen geführt. Beide Kriegsparteien klagen Tausende Verstöße an, ähnlich wie bei früheren Feuerpausen. Kremlchef Wladimir Putin hatte die Waffenruhe angeordnet, die bis Mitternacht am Sonntag gelten sollte.
Ukrainische Vorwürfe: 2.299 Verletzungen der Waffenruhe
Der ukrainische Generalstab teilte am Morgen bei Facebook mit, dass seit Samstag insgesamt 2.299 Verletzungen der Waffenruhe registriert wurden. Konkret handelte es sich dabei um:
- 479 Fälle von Beschuss
- Rund 1.800 Angriffe mit kleineren Drohnen
„Schläge mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen vom Typ Shahed gab es nicht“, präzisierte der Generalstab weiter. Die ukrainischen Luftstreitkräfte bestätigten zwar eine Pause von 18 Stunden, meldeten jedoch am Morgen im Gebiet Sumy einen für die Flugabwehr relevanten russischen Drohnenangriff.
Russische Gegenvorwürfe: 1.971 ukrainische Angriffe
Das russische Verteidigungsministerium in Moskau warf der Ukraine gezielte Angriffe vor und registrierte 1.971 Verstöße gegen den Waffenstillstand. Demnach habe die ukrainische Armee trotz des Osterfriedens russische Stellungen angegriffen, insbesondere:
- Im Raum Pokrowsk im Gebiet Donezk
- Im Gebiet Dnipropetrowsk
„Alle Attacken wurden abgewehrt“, betonte das Ministerium. Auch versuchte Vorstöße der ukrainischen Truppen im Gebiet Sumy seien vereitelt worden. Zugleich behauptete Moskau, dass sich „alle Truppenverbände“ an die von Putin angeordnete Waffenruhe hielten.
Historisches Muster bei Feuerpausen
Schon bei früheren Feuerpausen im Ukraine-Krieg haben sich beide Seiten gegenseitig massenhafte Verstöße vorgeworfen. Auch diesmal hatten sowohl Russland als auch die Ukraine angekündigt, auf Angriffe des Gegners entsprechend zu reagieren. Die orthodoxen Christen feiern in diesem Jahr das Osterfest eine Woche nach den westlichen Kirchen, was den zeitlichen Rahmen für die Waffenruhe bestimmte.
Die gegenseitigen Anschuldigungen unterstreichen die anhaltende Spannung und das Misstrauen zwischen den Kriegsparteien, selbst während symbolisch bedeutsamer religiöser Feiertage. Die Diskrepanz in den Zahlen – 2.299 gemeldete Verstöße durch die Ukraine gegenüber 1.971 durch Russland – zeigt zudem die unterschiedliche Darstellung der Kriegsereignisse durch beide Seiten.



