Ukraine-Krieg: Explosionen an Gaspipeline in Russland, neues EU-Sanktionspaket
Ukraine-Krieg: Explosionen an Gaspipeline, EU-Sanktionen

Explosionen an Gaspipeline in Dagestan

In der russischen Kaukasus-Republik Dagestan hat es in der Stadt Kisiljurt mehrere Explosionen an einer Gaspipeline gegeben. Wie die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das regionale Katastrophenschutzministerium berichtet, ereigneten sich drei Detonationen an einer Ferngasleitung mit einem Durchmesser von 1.200 Millimetern. Zunächst liegen keine Informationen über mögliche Opfer oder Schäden vor. Die genauen Umstände würden derzeit noch geklärt. In der Industriezone der Stadt sei ein Feuer ausgebrochen, das offenbar eine Gasverteilerstation erfasst habe, meldet die Agentur Interfax unter Verweis auf das Bürgermeisteramt.

Bulgarien stoppt Waffenlieferungen an die Ukraine

Bulgarien wird der Ukraine künftig keine Waffen mehr liefern und fordert stattdessen Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau. Dies gab der neue Verteidigungsminister Dimitar Stojanow bekannt. Es sei nicht geplant, der ukrainischen Armee weitere Waffen zur Verfügung zu stellen, so Stojanow. Stattdessen sei es an der Zeit, einen gerechten Frieden zu suchen, der von beiden Kriegsparteien bestimmt werde. Das Nato- und EU-Mitglied Bulgarien hatte der Ukraine in den Jahren 2024 und 2025 unter anderem Panzerabwehrraketen, gepanzerte Fahrzeuge und Haubitzen geliefert. Zuvor, in den Jahren 2022 und 2023, hatte Bulgarien offiziell keine Waffen direkt in die Ukraine geliefert, sondern hauptsächlich über europäische Zwischenhändler. Die neue Regierung unter dem ehemaligen Präsidenten Rumen Radew, der als prorussisch gilt, wurde im vergangenen Monat vereidigt. Radew sicherte nach seiner Vereidigung jedoch zu, eine proeuropäische Politik zu verfolgen.

EU plant 21. Sanktionspaket gegen Russland

Die Europäische Union bereitet ein neues Sanktionspaket gegen Russland vor, das sich insbesondere gegen den russischen Finanzsektor richtet. Der Vorschlag der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas sieht Strafmaßnahmen gegen fast 90 Banken sowie gegen Krypto-Netzwerke vor, wie sie am Dienstag mitteilte. Darüber hinaus sollen die Drohnenproduktion, Ölhändler und Raffinerien ins Visier genommen werden. Insgesamt stünden rund 170 Personen und Organisationen auf der neuen Sanktionsliste. Die Botschafter der EU-Staaten sollen am Mittwoch über den Vorschlag beraten. Für eine Verabschiedung ist Einstimmigkeit unter den Mitgliedstaaten erforderlich.

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Tusk fordert Beteiligung Polens an Ukraine-Gesprächen

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat eine Beteiligung seines Landes an allen Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs gefordert. Alle Vereinbarungen, an denen Polen nicht beteiligt sei, seien für Polen nicht bindend, sagte Tusk auf einer Pressekonferenz. Er zeigte sich zurückhaltend gegenüber Ideen aus Westeuropa, möglichst schnell einen Dialog mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Ukraine zu beginnen. Zudem kritisierte Tusk das sogenannte E3-Format aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland, das andere europäische Verbündete der Ukraine ausschließe. Er habe mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gesprochen, die ebenfalls nicht von diesem Format begeistert sei. In den kommenden Tagen solle jedoch ein Treffen zur Ukraine stattfinden, an dem neben Großbritannien, Deutschland und Frankreich auch Polen und Italien teilnehmen würden.

Brand in Öllager im russischen Krasnodar gelöscht

Ein durch einen ukrainischen Angriff ausgelöster Brand in einem Öldepot in der russischen Oblast Krasnodar ist gelöscht worden. Dies teilten die örtlichen Rettungsdienste mit. Die Behörden hatten das Feuer in der Stadt Ust-Labinsk am Samstag auf einen ukrainischen Drohnenangriff zurückgeführt.

EU plant Einreiseverbot für russische Ukraine-Kämpfer

Das nächste EU-Sanktionspaket gegen Russland soll eine umfassende Visasperre für russische Soldaten umfassen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte in Brüssel an, dass jedem die Einreise in die EU verboten werden solle, der seit Kriegsbeginn in den russischen Streitkräften gedient habe. Europa solle für jeden verschlossen bleiben, der an der Invasion der Ukraine beteiligt sei.

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Selenskyj zu Treffen nordischer Staaten in Estland eingetroffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu einem Treffen der Regierungschefs der nordischen und baltischen Staaten in Estland eingetroffen. Begleitet wurde er von seiner Ehefrau Olena Selenska. Das estnische Außenministerium veröffentlichte dazu einen Beitrag auf der Plattform X. Estland hat derzeit den rotierenden Vorsitz der NB8 inne, eines regionalen Zusammenschlusses von fünf nordischen Ländern und den drei baltischen Staaten.

Ukraine attackiert Straßenverbindung zur Krim

Die ukrainische Armee setzt ihre Angriffe auf eine wichtige Straßenverbindung zur von Russland annektierten Halbinsel Krim fort. Die Brücke von Tschonhar sei die zweite Nacht in Folge durch Drohnenangriffe beschädigt worden, teilte der Chef der russischen Besatzungsverwaltung im Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, auf Telegram mit. Die Brücke sei für den Verkehr gesperrt. Autofahrern wurde empfohlen, auf die längere Straße über Perekop auszuweichen. Die Angriffe auf die Brücke sind Teil einer seit Mai laufenden Operation der Ukrainer, die für Russland militärisch bedeutende Krim abzuriegeln. Die russische Armee nutzt die Halbinsel für Luftangriffe auf ukrainisches Gebiet und zur Versorgung ihrer Einheiten in der Südukraine. Die Krim ist nur über drei Straßen erreichbar: die Strecken über Perekop und Tschonhar im Norden sowie über die neu gebaute Brücke von Kertsch im Osten.

IfW schlägt Strafzoll auf Russland-Handel vor

Wirtschaftsforscher des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) haben einen Strafzoll auf den verbliebenen Handel zwischen der EU und Russland vorgeschlagen. Die Einnahmen daraus sollten zur Unterstützung der Ukraine verwendet werden, um den Druck auf die Regierung in Moskau zu erhöhen. Ein solcher „Ukraine-Unterstützungszoll“ könnte jährlich zwischen elf und 16 Milliarden Euro einbringen, so das IfW. Die zentrale Idee sei, den Handel mit Russland zur Unterstützung der Ukraine zu nutzen, solange er noch stattfinde, sagte der Leiter der Forschungsgruppe Handelspolitik am IfW, Julian Hinz. Vorgeschlagen wird, diesen Handel mit Zollsätzen von 30 bis 50 Prozent zu belasten. Ein Importzoll auf EU-Einfuhren aus Russland könne mit einer Abgabe auf EU-Exporte nach Russland ergänzt werden. Im vergangenen Jahr belief sich der Handel zwischen der EU und Russland trotz vieler westlicher Sanktionen auf 57,2 Milliarden Euro. Die Einnahmen könnten zur Finanzierung der militärischen Verteidigung, des Wiederaufbaus und für humanitäre Hilfe in der Ukraine beitragen. Selbst die niedrigeren Schätzungen würden die erwarteten rund drei Milliarden Euro jährlich aus Zinserträgen eingefrorener russischer Staatsvermögen deutlich übertreffen.

Russland und Belarus zu Atomwaffeneinsatz bereit

Russland und Belarus sind nach russischen Angaben jederzeit bereit, alle verfügbaren Mittel einschließlich Atomwaffen zur Gewährleistung ihrer Sicherheit einzusetzen. Dies erklärte der russische Vize-Außenminister Michail Galusin der Zeitung „Iswestija“. Russland unterhalte eine militärische Präsenz in Belarus, und beide Länder nähmen regelmäßig gemeinsame Bereitschaftsprüfungen vor. Man bleibe in ständiger Bereitschaft, um die Sicherheit des aus beiden Ländern bestehenden Unionsstaates zu gewährleisten.

Drei Tote bei russischem Angriff auf Region Charkiw

Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Tschuhujiw in der nordöstlichen ukrainischen Region Charkiw wurden nach Angaben des dortigen Gouverneurs drei Menschen getötet. Rettungskräfte seien im Einsatz, um ein Feuer zu löschen, teilte Oleh Synjehubow über Telegram mit.

Selenskyj: Positives Gespräch mit US-Gesandten

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eigenen Angaben zufolge ein positives Gespräch mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über eine Beilegung des Ukraine-Kriegs geführt. Er sei dankbar für die Bereitschaft, in den kommenden Wochen aktiv an einer diplomatischen Lösung zu arbeiten, schrieb Selenskyj auf Telegram. Die von den USA vermittelten Verhandlungen stocken derzeit, da sich die Regierung in Washington auf den Iran-Konflikt konzentriert. Selenskyj betonte jedoch, das gemeinsame Ziel eines Friedens in Europa bleibe auf der Tagesordnung. Zudem habe man über die Aussichten auf Gespräche beim kommenden G7-Gipfel im französischen Evian gesprochen.

Moskau gibt Kraftstoffprobleme zu

Das russische Energieministerium hat Probleme bei der Kraftstoffversorgung infolge ukrainischer Angriffe eingeräumt. In letzter Zeit hätten Unternehmen des Kraftstoff- und Energiesektors mit einer Zunahme feindlicher Angriffe aus der Luft zu kämpfen, was zu vorübergehenden Schwierigkeiten mit der Kraftstoffversorgung in mehreren südlichen Regionen führe. Ein nun im Energieministerium gebildeter Stab mit Unternehmen aus diesem Sektor soll eine stabile und effiziente Versorgung des Landes sicherstellen.

Tote und Verletzte nach russischen Angriffen

Durch russische Angriffe sind in der Ukraine mindestens drei Zivilisten getötet worden. Bei einem Drohnenangriff auf die südostukrainische Großstadt Saporischschja kamen zwei Menschen ums Leben, teilte Militärgouverneur Iwan Fedorow mit. Weitere 15 Menschen wurden verletzt. Im nordostukrainischen Gebiet Sumy starb ein Mann bei einem russischen Angriff mit Mörsern und Drohnen. In der Ostukraine wurden mindestens sieben Menschen verletzt, als auf die Stadt Slowjansk drei Bomben abgeworfen wurden.

EU: Sanktionen kosten Russland bis zu 1,5 Billionen Dollar

Westliche Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs haben Russland nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas schätzungsweise bereits 1,2 bis 1,5 Billionen Dollar gekostet. Die Zahlen sprächen Bände, sagte Kallas in einer Pressekonferenz. Stein für Stein bringe man das Fundament von Russlands Kriegswirtschaft zum Einsturz. Zum Außenministertreffen am kommenden Montag lägen Vorschläge für Sanktionen gegen mehr als 80 weitere Akteure vor. Sie sollten den militärisch-industriellen Komplex in Russland, aber auch Verantwortliche für Menschenrechtsverletzungen und Propagandisten treffen.

Putin lehnt Verhandlungen über Kriegsende ab

Die russische Führung hat ablehnend auf die neue Initiative der Ukraine und führender europäischer Staaten für Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges reagiert. Kremlsprecher Dmitri Peskow warf den europäischen Staaten Doppelzüngigkeit vor. Präsident Wladimir Putin habe seine Haltung bereits beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg klargemacht. Die Ukraine begehe derzeit „terroristische Verbrechen“, was es schwer mache, sich irgendeine Vereinbarung mit ihr vorzustellen.

Chodorkowski zu zehn Jahren Haft verurteilt

Die russische Justiz hat den Kremlkritiker und Ex-Ölmilliardär Michail Chodorkowski in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt. Ein Gericht in Moskau befand den exilierten früheren Chef des Ölkonzerns Yukos für schuldig, angebliche Unwahrheiten über die russische Armee verbreitet zu haben. Chodorkowski wurde vorgeworfen, im Herbst 2022 interne Zahlen zu den Verlusten der russischen Armee in der Ukraine veröffentlicht zu haben. Es gehört zur Strategie der Moskauer Führung, auch russische Gegner des Ukraine-Kriegs im Ausland mit Strafverfahren zu überziehen.

EU überweist weitere Milliardenhilfen an die Ukraine

Die EU hat der Ukraine weitere Finanzhilfen in Höhe von knapp 2,8 Milliarden Euro ausgezahlt. Das Tempo und das Engagement der Ukraine bei der Umsetzung bedeutender Reformen hätten diese Zahlung gerechtfertigt, teilte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos mit. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko erklärte, die Gelder sollten für die Finanzierung der wichtigsten Staatsausgaben verwendet werden, darunter für den sozialen und humanitären Bedarf. Bei der Auszahlung handelt es sich um die mittlerweile siebte aus der sogenannten Ukraine-Fazilität, über die bis Ende 2027 bis zu 50 Milliarden Euro an das von Russland angegriffene Land gehen können.

Ukraine meldet Angriffe auf russische Ölanlagen

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben das Öldepot Gruschowa angegriffen, das zum russischen Ölterminal Schescharis in der Schwarzmeer-Hafenstadt Noworossijsk gehört. Zudem wurde eine Pumpstation für Pipelines in der Region Wolgograd angegriffen. An beiden Anlagen seien Brände ausgebrochen, teilte der ukrainische Generalstab mit.

Ukraine meldet Rückeroberung von mehr als 600 Quadratkilometern

Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben von Armeechef Oleksandr Syrskyj seit Anfang 2026 mehr als 600 Quadratkilometer Land von Russland zurückerobert. Allein im Mai habe die Ukraine 100 Quadratkilometer mehr unter ihre Kontrolle gebracht, als sie verloren habe. Wo genau die Geländegewinne erzielt wurden, ließ Syrskyj offen.

Drohnentrümmer in Moldau entdeckt

In der Republik Moldau wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums Trümmer einer Drohne auf einem Feld unweit der ukrainischen Grenze gefunden. Überwachungssysteme hätten das Eindringen des Fluggeräts in der Nacht registriert. Die Herkunft der Trümmer werde noch untersucht, das Ministerium verwies jedoch auf einen nächtlichen russischen Angriff in der benachbarten Ukraine. Präsidentin Maia Sandu forderte angesichts wiederholter Luftraumverletzungen die Anschaffung von Abfangdrohnen.

Nato-Kampfjets schießen Drohne über Lettland ab

Kampfjets der Nato haben eine Drohne über Lettland abgeschossen. Mindestens eine Drohne sei aus Russland in den lettischen Luftraum eingedrungen, teilte die lettische Armee mit. Ein zwischenzeitlich ausgerufener Luftalarm wurde aufgehoben. Verirrte Militärdrohnen schüren in den baltischen Staaten und Finnland zunehmend die Sorge vor einem Übergreifen des Ukraine-Krieges auf die nördlichen Nato-Grenzen.

Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf Zug auf der Krim

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Zug auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde nach russischen Angaben ein Mensch getötet. Der Assistent des Lokführers sei ums Leben gekommen, der Lokführer verletzt. Die Passagiere des Zuges, der zwischen Moskau und Simferopol verkehrt, blieben unversehrt. Zudem heulten in der russischen Hafenstadt Noworossijsk die Luftalarmsirenen wegen möglicher Drohnenangriffe.