Trump ringt um Rückhalt, Artemis 2 startet, Merz stiftet Verwirrung: Die Lage am Morgen
Trump ringt um Rückhalt, Artemis 2 startet, Merz stiftet Verwirrung

Die Lage am Morgen: Trump, Mondmission und Merz im Fokus

Die politische Welt blickt am heutigen Tag auf drei zentrale Ereignisse: die sonderbare TV-Ansprache von US-Präsident Donald Trump, den erfolgreichen Start der Mondmission Artemis 2 und das jüngste kommunikative Fiasko von Bundeskanzler Friedrich Merz.

Trumps TV-Ansprache: Kriegsrhetorik ohne klare Botschaft

US-Präsident Donald Trump hat am späten Mittwochabend eine Fernsehansprache an die Nation gehalten, die viele Beobachter ratlos zurückließ. Statt neuer außenpolitischer Ankündigungen wie einem NATO-Austritt oder der Entsendung von Bodentruppen trug Trump 19 Minuten lang eine Rede vor, die sich weitgehend aus seinen widersprüchlichen Online-Posts der vergangenen Tage speiste.

Der Krieg der USA und Israels gegen Iran sei ein großer Erfolg, erklärte Trump und kündigte weitere schwere Angriffe an: "Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen." Sollte es nicht zu einem nicht näher erläuterten "Deal" kommen, würden die USA Iran "zurück in die Steinzeit bomben, wo sie hingehören".

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Der Präsident versuchte, um Verständnis für den Krieg zu werben, während viele Amerikaner unter rasant gestiegenen Energiepreisen leiden. Trump versicherte, dies sei nur vorübergehend: Wenn der Konflikt vorbei sei, werde sich die Straße von Hormus für den Öl- und Gasexport "auf natürliche Weise" wieder öffnen.

Europas Führungsspitze dürfte dennoch erleichtert sein: Die befürchtete vollständige NATO-Abkehr blieb aus, auch wenn Europa sich weiterhin auf diesen Fall vorbereiten sollte.

Artemis 2: Rückkehr zum Mond nach über 50 Jahren

Während auf der Erde Konflikte toben, hat die Menschheit einen historischen Schritt ins All unternommen. Trotz kleinerer technischer Probleme kurz vor dem Start hob die Artemis-2-Mission der NASA um 18.35 Uhr Ortszeit in Florida erfolgreich ab.

An Bord des "Orion"-Raumschiffs befinden sich die US-Astronautin Christina Koch, ihre Kollegen Victor Glover und Reid Wiseman sowie der kanadische Raumfahrer Jeremy Hansen. Zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren sind damit wieder Menschen auf dem Weg zum Mond.

Läuft alles nach Plan, wird das Quartett am Montagabend den Mond erreichen, ihn umrunden und sich dabei weiter von der Erde entfernen als je ein Mensch zuvor. Die Mission sammelt wichtige Daten für die für 2028 geplante Mondlandung der NASA.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst betonte die symbolische Bedeutung: "Wir können nicht nur Kriege führen hier auf der Erde, sondern wir können auch wieder was richtig Großartiges zusammen machen." Hinter dem Wettlauf zum Mond stehen jedoch auch geostrategische Rivalitäten zwischen den USA und China, das bis 2030 Menschen zum Mond bringen will.

Merz und die syrische Rückkehrquote: 100 Prozent Verwirrung

Während Trump um Verständnis für seinen Krieg ringt, hat Bundeskanzler Friedrich Merz mit einer missverständlichen Aussage ein diplomatisches Fiasko ausgelöst. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Syriens Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa sagte Merz einen umständlichen Satz, den viele so interpretierten: Der Kanzler strebe an, dass 80 Prozent der Syrer in Deutschland innerhalb der nächsten drei Jahre in ihr Herkunftsland zurückkehren sollen.

Die AfD feixte bereits, sie wolle Merz bei der nächsten Bundestagswahl an diesem angeblichen Versprechen messen. Am Dienstagmittag versuchte Merz, den Schaden zu begrenzen: Nicht er, sondern al-Sharaa habe die 80-Prozent-Quote gefordert; er mache sich diese Zahl nicht zu eigen.

Doch al-Sharaa widersprach umgehend: Die Zahl stamme nicht von ihm, Merz habe sie im Gespräch genannt. Das Ergebnis ist vollständige Verwirrung: Merz steht düpiert da, das Verhältnis zur syrischen Übergangsregierung ist belastet, und syrische Geflüchtete in Deutschland sind verunsichert.

Papst Leo: Friedensappelle im Kriegsgetöse

Inmitten der kriegerischen Rhetorik erhebt Papst Leo seine Stimme für den Frieden. Das erste Osterfest in der Amtszeit des gebürtigen US-Amerikaners droht im Kriegsgetöse unterzugehen, doch das Oberhaupt der Katholiken hält mit lauten, klaren Friedensappellen dagegen.

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Leo adressierte direkt den selbst ernannten US-Kriegsminister Pete Hegseth mit der Botschaft, dass Jesus keine Kriegsgebete erhöre. Anschließend wandte er sich auf Englisch – ein ungewöhnlicher Schritt – direkt an Präsident Trump: "Mir wurde berichtet, Präsident Trump wolle den Krieg beenden. Hoffentlich sucht er nach einer Ausfahrt."

In den kommenden Tagen wird der Papst weitere große Auftritte haben, bei denen er Trump und anderen Kriegsherren ins Gewissen reden dürfte. Ob es etwas bringt, bleibt offen, aber inmitten des Kriegsgetöses sind Stimmen der Vernunft zumindest wohltuend.

Weitere Meldungen aus der Nacht

In anderen Nachrichten: Die USA haben Sanktionen gegen Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez gestrichen, die nach dem Sturz von Nicolás Maduro regiert und engen Kontakt zur US-Regierung sucht. In Niedersachsen wurde ein totes Baby in einer Mülltonne entdeckt, erste Hinweise auf die Kindsmutter liegen bereits vor. Vor der Küste der indonesischen Insel Sulawesi hat ein schweres Erdbeben eine Tsunamiwarnung ausgelöst, die Gefahr blieb jedoch aufgrund geringer Wellenhöhe überschaubar.