US-Präsident Donald Trump hat einen außerplanmäßigen Parteitag der Republikaner in Dallas angekündigt, der am 9. und 10. September 2026 stattfinden soll. Die Veranstaltung kommt zwei Monate vor den für November angesetzten Kongress-Zwischenwahlen, bei denen die Republikaner laut Umfragen ein Debakel droht. Trump erklärte auf seinem Onlinedienst Truth Social, dass der Parteitag dazu diene, „unsere Nation, unsere Errungenschaften und unsere glänzende Zukunft zu feiern“. Er bezeichnete Dallas als „einen meiner Lieblingsorte“ und versprach ein „fantastisches“ Ereignis, das es so noch nie gegeben habe.
Ungewöhnlicher Schritt vor den Midterms
Große Parteitage finden in den USA normalerweise nur alle vier Jahre vor der Präsidentschaftswahl statt. Die nächste Präsidentschaftswahl ist erst 2028. Dass Trump nun einen zusätzlichen Parteitag ansetzt, unterstreicht die angespannte Lage für die konservative Partei. Bei den Midterms am 3. November werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie ein Drittel der 100 Sitze im Senat neu vergeben. Derzeit haben die Republikaner in beiden Kammern eine knappe Mehrheit. In Umfragen haben sie jedoch zuletzt stark an Zustimmung verloren. Die Demokraten hoffen, zumindest eine der beiden Kammern zu gewinnen, was Trumps Regierungsarbeit erheblich erschweren würde.
Trumps Erfolgsliste und die Rolle von Vizepräsident Vance
In seiner Ankündigung listete Trump eine Reihe tatsächlicher und angeblicher Erfolge seiner zweiten Amtszeit auf. Dazu zählen unter anderem wirtschaftliche Kennzahlen und außenpolitische Maßnahmen. Die Wahl des Veranstaltungsortes Dallas ist kein Zufall: In Texas zeichnet sich ein spannendes Rennen um einen Senatssitz ab. Der Demokrat James Talarico fordert den von Trump unterstützten Amtsinhaber Ken Paxton heraus. Dass Texas überhaupt umkämpft ist, zeigt die Notlage der Republikaner. Ein weiterer Hoffnungsschimmer für die Partei ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs, das am Dienstag verkündet wurde. Der Supreme Court kippte Regeln zur Begrenzung der Wahlkampffinanzierung durch Parteien. Vizepräsident JD Vance hatte gegen die seit Jahrzehnten bestehenden Vorgaben geklagt. Allgemein wird erwartet, dass die Aufhebung eher den Republikanern zugutekommt.
Demokraten wittern ihre Chance
Die Demokraten spekulieren darauf, bei den Midterms Mehrheiten im Kongress zu erringen. In Umfragen liegen sie vor allem in umkämpften Wahlkreisen vorn. Sollten sie die Kontrolle über das Repräsentantenhaus oder den Senat gewinnen, könnte dies Trumps politische Agenda blockieren. Der Präsident selbst scheint die Gefahr erkannt zu haben und setzt nun auf den außerplanmäßigen Parteitag, um seine Basis zu mobilisieren. Die Veranstaltung in Dallas soll offenbar auch dazu dienen, Trumps eigene Verdienste zu würdigen und den Wahlkampf der Republikaner neu zu beleben. „Es wird ein wahrhaft historisches Ereignis sein“, so Trump.



