US-Präsident Donald Trump hat mit langjährigen Haftstrafen für mutmaßliche Vandalen gedroht, die angeblich den Reflecting Pool am Lincoln-Denkmal in Washington beschädigt haben. Der Republikaner erklärte auf seiner Online-Plattform Truth Social, dass „schlimme Vandalen“ für die Probleme an dem Wasserbecken verantwortlich seien. „Von den vielen Statuen und Brunnen, die wir wiederaufgebaut, renoviert, gereinigt und instand gesetzt haben, wurde lediglich dieses Wasserbecken Ziel von Vandalismus“, schrieb Trump am Montag.
Trump droht mit zehn Jahren Haft
„Ich erinnere daran, dass auf die Zerstörung – oder auch nur den Versuch der Zerstörung – solcher Dinge eine zehnjährige Haftstrafe steht. Und diese wird voll umgesetzt“, drohte der Präsident. In einem weiteren Post auf Truth Social behauptete Trump, dass im Zusammenhang mit dem „skandalösen Vandalismus“ an dem Pool bereits „zahlreiche weitere Personen festgenommen“ worden seien. „Was diese schrecklichen Vandalen angerichtet haben, ist eine echte Beleidigung“, betonte er.
Trump führte weiter aus: „Sie nahmen eine Art Messer oder Klinge und rissen einen 250 Fuß [etwa 76 Meter] langen Riss in die wunderschöne Fassade, deren Bau und Fertigstellung so viel Arbeit, Kompetenz und Geld gekostet hat. Obendrein haben sie ätzende und zerstörerische Chemikalien in den Reflecting Pool gegossen.“
Medienbericht stellt Vorwürfe in Frage
Die „New York Times“ berichtete wenig später unter Berufung auf interne Regierungsdokumente, die dem Medium vorliegen, dass die zuständige Behörde des National Park Service in Schaumstoffabschnitten des Beckens tatsächlich zwei Schnitte entdeckt haben soll. „Diese stehen aber nicht in direktem Zusammenhang mit der sich nun ablösenden Beschichtung oder den Algen, die das Becken in ein leuchtendes Grün verwandelt haben“, heißt es in dem Bericht. Wie genau diese Risse entstanden sein könnten, wurde in den Dokumenten nicht thematisiert.
Chronologie der Pool-Posse
Das Becken und seine Renovierung entwickeln sich zunehmend zur Dauer-Posse: Seit seiner Eröffnung im Jahr 1922 färben Algen das Wasser regelmäßig grün. Was Enten freut, hatte Trump vor den anstehenden Feiern zum 250. Gründungstag der USA am 4. Juli erzürnt. Er ließ das Becken deshalb entleeren und den grauen Boden mit Pool-Farbe anstreichen, um ihn „amerikaflaggen-blau“ leuchten zu lassen. Presseberichten zufolge kostete dies rund 14 Millionen Dollar (gut zwölf Millionen Euro).
Als das Wasser am 4. Juni wieder eingelassen wurde, erklärte das Weiße Haus, Washington sehe „besser aus denn je“. Doch dann kehrten die Algen in das 610 Meter lange Becken zurück. Außerdem blätterte die blaue Pool-Farbe an vielen Stellen schon wieder ab. Der sogenannte Reflecting Pool ist ein Wahrzeichen Washingtons und ein beliebtes Fotomotiv. Darin spiegeln sich das Lincoln-Denkmal und der Obelisk zum Gedenken an den ersten US-Präsidenten George Washington.



