US-Präsident Donald Trump lässt den Handelsstreit mit der Europäischen Union erneut aufflammen. Auf seiner Plattform Truth Social drohte er allen Ländern, die eine Digitalsteuer für amerikanische Unternehmen einführen, mit drastischen Konsequenzen: Jegliche Güter aus einem solchen Land würden mit Zöllen in Höhe von 100 Prozent belegt. Diese Zölle würden an die Stelle aller vereinbarten Zollabkommen treten, so Trump weiter.
EU kündigt entschlossene Reaktion an
Die Europäische Union reagierte am Abend mit einer ersten Stellungnahme. Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, man werde „umgehend und entschlossen“ reagieren, um eigene Rechte und die regulatorische Autonomie zu wahren, sollten „ungerechtfertigte unilaterale Maßnahmen angestrebt werden“. Die EU stellt sich damit gegen die Drohungen aus Washington.
Frankreich hält an Digitalsteuer fest
Vergangene Woche hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekannt gegeben, dass Frankreich sich dem Druck Trumps nicht beugen und seine Digitalsteuer für US-amerikanische Techkonzerne nicht zurücknehmen würde. Trump hatte zuvor gedroht, 100-Prozent-Zölle auf französischen Wein zu erheben. Frankreich erhebt seit 2019 eine Abgabe von drei Prozent auf Erlöse aus digitalen Dienstleistungen, die in Frankreich von Unternehmen erzielt werden, die dort mehr als 25 Millionen Euro und weltweit 750 Millionen Euro umsetzen.
Hintergrund des Konflikts
Die Digitalsteuer zielt auf große US-Techkonzerne wie Amazon, Google und Facebook ab, die in der EU oft geringe Steuern zahlen, da sie ihre Gewinne in Niedrigsteuerländer verlagern. Die Trump-Regierung sieht darin eine Diskriminierung amerikanischer Unternehmen und droht seit Jahren mit Vergeltungszöllen. Die EU hingegen argumentiert, dass die Steuer notwendig sei, um ein faires Steuersystem für das digitale Zeitalter zu schaffen.
Der erneute Aufschlag Trumps kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU ohnehin angespannt sind. Bereits zuvor hatte Trump Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa verhängt, was zu Gegenmaßnahmen der EU führte. Nun droht eine weitere Eskalation, die sowohl die europäische Wirtschaft als auch die globalen Lieferketten treffen könnte.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Sollte Trump seine Drohung wahr machen, wären die Folgen für den Welthandel gravierend. Die 100-Prozent-Zölle würden nicht nur französischen Wein, sondern sämtliche Importe aus den betroffenen Ländern verteuern. Experten warnen vor einem Handelskrieg, der letztlich beiden Seiten schadet. Die EU-Kommission betonte, man sei bereit, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Interessen der europäischen Unternehmen zu schützen.
Die USA sind einer der wichtigsten Handelspartner der EU. Im Jahr 2025 betrug das Handelsvolumen zwischen beiden Wirtschaftsräumen rund 1,3 Billionen Euro. Ein Zollkonflikt dieser Größenordnung könnte nicht nur die Preise für Verbraucher in die Höhe treiben, sondern auch Arbeitsplätze gefährden.



